UN-Generalsekretär: Lage im Osten muss stabilisiert werden

5. März 2009, 11:11
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Hilfsorganisationen besorgt über Gefahr für Zivilbevölkerung

Kinshasa - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat dazu aufgerufen, die Lage im Osten des Kongo weiter zu stabilisieren. Der kongolesische Staat müsse die jüngst erreichte "mehr oder weniger zeitlich begrenzte Stabilität" in der östlichen Region Kivu nutzen, um die dortige Zivilbevölkerung besser vor Rebellen zu schützen, sagte Ban bei einem Treffen mit dem kongolesischen Staatschef Joseph Kabila in Kisangani nach Angaben von dessen Sprecher.

Auch die UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) müsse ihr Engagement in dem Gebiet verstärken. Eine deutlichere Präsenz der Blauhelme und eine größere Unterstützung der Regierungstruppen solle die erzielten Fortschritte langfristig sichern, wurde Ban weiter zitiert.


Mehr UN-Soldaten

Die kongolesischen Regierungstruppen kämpfen im Osten des Landes gegen ruandische Hutu-Rebellen. Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende November beschlossen, dass gut 3000 zusätzliche Blauhelm-Soldaten in die Region geschickt werden sollen. Mit etwa 17.000 Soldaten ist die MONUC bereits die größte UN-Friedensmission weltweit. Ban hatte in der Vergangenheit wiederholt beklagt, dass die internationale Gemeinschaft die Mission und nicht ausreichend unterstütze. Der UN-Generalsekretär wollte am Sonntag ein Flüchtlingslager in Goma, der Hauptstadt von Nord-Kivu, besuchen und anschließend nach Ruanda weiter reisen.

Nach Einschätzung der Hilfsorganisation Oxfam besteht für die Zivilbevölkerung im Ostkongo in den kommenden Wochen "ein riesiges Gewaltrisiko". Die Kämpfe würden voraussichtlich von Nord-Kivu auf Süd-Kivu übergreifen, so dass "weitere Unterdrückung und Leiden für Zivilisten" zu befürchten seien, erklärte Oxfam in Kinshasa. Die Hilfsorganisation World Vision warnte die MONUC, "aggressive Militäraktionen" gemeinsam mit den kongolesischen Regierungstruppen würden der wichtigsten Aufgabe der Friedenssoldaten schaden, die im Schutz der Zivilbevölkerung bestehe. (APA)

 

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