Rot gegen Schwarz in Salzburg

1. März 2009, 08:48
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Salzburg - Der Super-Wahlsonntag in Salzburg hat begonnen: Am Hauptbahnhof und am Flughafen können Wahlkartenwähler ab 4.30 Uhr ihre Stimmen abgeben, die meisten regulären Wahllokale öffnen ab 7.00 Uhr. Im Zentrum des Interesses steht die Landtagswahl, bei der die SPÖ unter Landeshauptfrau Gabi Burgstaller beweisen möchte, dass ihr Wahlsieg vor fünf Jahren kein "Betriebsunfall" war. Die ÖVP will die 2004 erstmals verlorene Spitzenposition im Land zurückerobern. Entscheiden werden die 386.068 Wahlberechtigten. Das Ergebnis wird für etwa 19.30 Uhr erwartet.

Burgstallers SPÖ hat ein Rekordergebnis zu verteidigen: 45,4 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger votierten 2004 für sie. Laut jüngsten Umfragen kann die SPÖ zwar ihre Spitzenposition halten, muss aber mit Stimmenverlusten in Richtung FPÖ rechnen. Deren Einbruch von fast 20 auf nur noch 8,7 Prozent hatte den roten Wahlsieg vor fünf Jahren erst ermöglicht. Nun werden Langzeitparteichef Karl Schnell wieder Zugewinne vorausgesagt.

ÖVP will Landeshauptmann zurück

Offizielles Wahlziel der ÖVP ist die Rückeroberung der Spitzenposition im Land. Geht es nach den Umfragen, müsste Parteichef Wilfried Haslauer aber schon zufrieden sein, wenn der das Ergebnis von 2004 (37,9 Prozent) halten kann. Auch für die Grünen (sie kamen 2004 auf 8,0 Prozent) wird der Wahlabend zur Zitterpartie: Sie möchten ein Mandat dazugewinnen und mit drei Abgeordneten wieder in Klubstärke im Landtag vertreten sein, was mehr politische Rechte und Parteienförderung bedeuten würde. Und für das BZÖ wird schon die Fünfprozenthürde für den Landtags-Einzug zur Herausforderung.

Entscheiden werden die 386.068 wahlberechtigten Salzburgerinnen und Salzburger. In den meisten Gemeinden (darunter die Landeshauptstadt Salzburg) halten die Wahllokale von 7.00 bis 16.00 Uhr offen. Nur Lofer, Saalfelden, Anif, Elsbethen, Großgmain, Eben im Pongau und Wals-Siezenheim schöpfen die maximale Öffnungszeit aus und ermöglichen die Stimmabgabe bis 17.00 Uhr. In kleineren Landgemeinden ist sogar schon am frühen Nachmittag Schluss - den Anfang machen Tweng, Untertauern und Weißbach, wo nur bis 13.00 Uhr gewählt werden kann.

Zur Wahl stehen auch die 117 Bürgermeister und Gemeindevertretungen. Hier entscheiden die 406.397 Wahlberechtigten (im Gegensatz zur Landtagswahl können auch 20.329 EU-Bürger mitstimmen) über die Vergabe von 2.110 Gemeinderatsmandaten. Derzeit hält die ÖVP etwas mehr als die Hälfte der Sitze und 91 Bürgermeister, die SPÖ eroberte 2004 35,6 Prozent der Mandate und stellt 25 Ortschefs. Die FPÖ stellt 7,1 und die Grünen 3,1 Prozent der Gemeinderatsmandate. Der einzige "blaue" Bürgermeister ist mittlerweile aus der FPÖ ausgetreten.

In der Landeshauptstadt kämpft Bürgermeister Heinz Schaden (S) um seine zweite Wiederwahl. Für die Grüne Bürgerliste geht es um die Verteidigung der Regierungsbeteiligung: Der Stadtratsposten war 2004 nur mit wenigen hundert Stimmen abgesichert.

Erste Trends und Hochrechnungen werden nach Wahlschluss um 17.00 Uhr veröffentlicht. Das Endergebnis der Landtagswahl sowie der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen wird für ca. 19.30 Uhr erwartet. (APA)

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    Wilfried Haslauer soll für die ÖVP Gabi Burgstallers Salzburger Chefposten zurückerobern

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