Soldaten sollen vor Sondergericht

28. Februar 2009, 20:29
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Regierung plant Entschädigung für Opfer-Angehörige - UNO-Generalsekretär Ban erschüttert

Dhaka - Die an der blutigen Meuterei beteiligten Grenzsoldaten der paramilitärischen "Bangladesch Rifles" (BDR) sollen sich vor einem Sondertribunal verantworten. Um beschleunigte Verfahren zu ermöglichen, soll notfalls eigens ein neues Gesetz geschaffen werden, teilte die Regierung am Samstag bei einer Pressekonferenz in Dhaka mit. Zuvor hatte sich das Kabinett mit führenden Persönlichkeiten der Regierungspartei Awami-Liga getroffen. Das zuständige Ministerium sei mit einer entsprechenden Gesetzesvorlage beauftragt worden, die im Parlament verabschiedet werden soll.

Massengräber

Bei dem Aufstand der Grenzsoldaten am Mittwoch sind mindestens 76 Menschen - meist Offiziere sowie ihre Angehörige - ums Leben gekommen. 72 weitere wurden am Samstag nach Armeeangaben noch vermisst. Die Leichen wurden in Massengräbern verscharrt. Hunderte Grenzsoldaten hatten im BDR-Hauptquartier Vorgesetzte gefangen genommen und sich nach heftigen Gefechten auf dem Gelände verschanzt.

Später breitete sich die Meuterei auf andere Landesteile aus. Nachdem Bangladeschs Ministerpräsidentin Sheikh Hasina Wajed mit scharfen Sanktionen gedroht hatte, legten die Aufständischen am Donnerstagabend die Waffen nieder. Als Grund für die Revolte gaben Soldaten schlechte Bezahlung und Benachteiligung gegenüber den regulären Streitkräften an.

UNO-Generalsekretär erschüttert

Die Regierung in Dhaka habe Beweise, dass Außenstehende an dem Massaker beteiligt gewesen sind, hieß es weiter. Es habe sich um eine gut geplante Aktion gehandelt, um "tapfere Söhne" des Landes zu töten. Die ermordeten Offiziere seien Märtyrer gewesen. Ihre Hinterbliebenen sollen entschädigt werden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich unterdessen erschüttert über das Ausmaß der gewalttätigen Meuterei gezeigt. "Der Generalsekretär verurteilt solche brutalen Gewaltakte und bezeugt seine tiefste Anteilnahme mit den Opfern, ihren Familien sowie zur Bevölkerung und der Regierung von Bangladesch", ließ er von seinem Büro mitteilen. (APA/dpa)

 

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