Regierung und Islamisten verständigten sich auf Waffenruhe

28. Februar 2009, 17:18
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Übergangspräsident Sheik Sharif Sheik Ahmed hofft auf Frieden

Mogadischu- Die somalische Übergangsregierung und die Islamisten in dem Land am Horn von Afrika haben sich nach Angaben des neuen Präsidenten Sheik Sharif Sheik Ahmed auf auf eine Waffenruhe verständigt. Vermittelt hätten Älteste aus dem führenden Clan in Mogadischu, den Hawiye, erklärte Ahmed. Die Unterhändler beider Seiten seien nicht direkt zusammengekommen. "Wir hoffen, dass alle Differenzen friedlich beigelegt werden können", erklärte der Präsident.

Nähere Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Ein Sprecher der Islamischen Partei, Sheik Muse Abdi Arale, erklärte, seine Gruppe respektiere die Clan-Ältesten. In den vergangenen Wochen hatte Mogadischu erneut schwere Kämpfe erlebt, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Islamisten kämpften dabei gegen Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union. Die Islamisten fordern ihren Abzug.

In Somalia herrschen seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 Bürgerkrieg und Anarchie. Nach Friedensgesprächen in Nairobi wurde 2004 schließlich eine von der UNO anerkannte Übergangsregierung eingesetzt. 2007 begann ein Aufstand von Islamisten. Große Teile Somalias sind derzeit erneut unter der Kontrolle von Islamisten, derzeit den führenden al-Shabab-Milizen, die einen Friedensprozess bisher ablehnten. Bis vor kurzem waren zur Unterstützung der somalischen Übergangsregierung im Kampf gegen aufständische Islamisten äthiopische Soldaten in Somalia. Sie hatten die Islamisten der Union der Islamischen Gerichte zurückgedrängt, ehe die Shabab-Milizen auf dem Vormarsch waren. Die herrschende Gesetzlosigkeit in Somalia gilt auch als verantwortlich für die jüngsten Piratenüberfälle im Golf von Aden. (APA/AP)

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