ÖSV-Adler überlegen zu Gold

28. Februar 2009, 19:55
123 Postings

Mannschaft hält sich im Teambewerb für Enttäuschung im Einzelbewerb schadlos und kürt sich vor Norwegen und Japan zum Weltmeister

Liberec  - Österreichs Skispringer haben am Samstag ihre zweite Goldmedaille bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Liberec geholt: Das Quartett Wolfgang Loitzl, Martin Koch, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer distanzierte in souveräner Manier mit 1.034,3 Punkten und 33,5 Zählern Vorsprung die zweitplatzierten Norweger. Rang drei ging überraschend an Japan (981,2 Punkte). Enttäuschend endete der Bewerb für die zum Kreis der Medaillen-Kandidaten zählenden Deutschen (10.) und Russen (9.), die schon nach dem ersten Durchgang ausgeschieden waren.

Wolfgang Loitzl kürte sich mit seiner insgesamt sechsten WM-Goldmedaille zum erfolgreichsten Skispringer aller Weltmeisterschaften. Nach Gold und Silber auf der Normalschanze durch Loitzl und Schlierenzauer war es die dritte Medaille für den ÖSV bei diesen Titelkämpfen.

Die ÖSV-Adler setzten damit ihre beeindruckende Serie fort: 2005 in Oberstdorf, als auf Groß- und Normalschanze WM-Titel für die Mannschaft vergeben wurden, gewann Österreich beide Bewerbe. 2006 kürte sich die Equipe zum Olympiasieger, 2007 gab es auch in Sapporo Mannschafts-Gold und 2008 wurde auch bei der Skiflug-WM der Team-Titel gewonnen.

Diesmal ließ Österreich von Beginn an kaum Zweifel über den Ausgang aufkommen. Der nunmehr sechsfache Weltmeister Loitzl begann mit einem 131-m-Satz und sorgte für den nötigen Punktepolster. Und auch von seinen Teamkollegen fiel keiner ab. Im zweiten Durchgang startete der 29-jährige Steirer wieder mit der Höchstweite von 136 Metern und Gregor Schlierenzauer vollendete mit seinen 123 Metern den Flug zum sechsten Mannschafts-Gold bei Nordischen Weltmeisterschaften.

"Ich freue mich unwahrscheinlich. Das Lob geht an die ganze Mannschaft", sagte Cheftrainer Alexander Pointner. "Für uns ist es natürlich auch eine große Genugtuung. Gestern sind wir am Boden gelegen und es hat ein paar gegeben, die noch draufgetreten sind."

Startspringer Loitzl, der eine inoffizielle Einzelwertung gewonnen hätte, resümierte: "Ich fühle mich in der Rolle als erster Springer sehr wohl, ich habe auch alle Titel in dieser Rolle geholt. Das ist mir im ersten und im zweiten Durchgang geglückt. Ich bin hochzufrieden mit dieser WM, alles ist voll aufgegangen."

Gleiches galt freilich auch für Schlierenzauer, dem der Abbruch nach dem ersten Durchgang am Vortag als Vierter - nur eineinhalb Meter von Gold entfernt - besonders wehgetan hatte. "Es ist eine große Genugtuung nach gestern. Es war auch heute wieder schwer zu springen, aber es hat sich durch die zwei Durchgänge relativiert", sagte der Tiroler.

Für Doppel-Olympiasieger Morgenstern, der sich einen Einzel-WM-Titel hier zum großen Ziel gesetzt hatte, war dieses Gold ein gewisser Trost. "Man kann die Vergangenheit nicht gutmachen, wenn man Fehler macht. Aber das ist vorbei. Wir haben heute im Team eine super Leistung geboten. Das war eine grandiose Leistung", sagte der Kärntner, der zugab, dass er nicht die besten Sprünge gezeigt hatte.

Martin Koch hat nach Team-Gold bei den Olympischen Spielen 2006 und Skiflug-Team-Gold 2008 nun auch seine erste Goldene bei Nordischen Titelkämpfen in der Tasche. "Ich bin in die WM hineingegangen, und habe gewusst, wenn ich eine Einzelmedaille machen will, muss ich sensationell sein. Aber das war auch Weltklasse heute." (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Co-Trainer Marc Nölke, Wolfgang Loitzl, Thomas Morgenstern Gregor Schlierenzauer, Martin Koch sowie Cheftrainer Alexander Pointner - die beste Springer-Equipe weltweit.

Share if you care.