Dodik für Aufspaltung nach tschechoslowakischem Vorbild

28. Februar 2009, 16:25
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Premier der Republika Srpska: Föderation mit Recht auf Selbstbestimmung

Banja Luka - Der bosnisch-serbische Regierungschef Milorad Dodik hat für eine Aufspaltung Bosnien-Herzegowinas nach Vorbild der Tschechoslowakei plädiert. "Wir schlagen vor, dass Bosnien in eine Föderation überführt wird, die den föderalen Einheiten das Recht auf Selbstbestimmung einräumt", sagte Dodik in einem Interview mit der kroatischen Presse. "Warum sollten wir es nicht wie die Tschechoslowakei machen, um uns künftig alle in der EU wiederzufinden?", fragte Dodik, der bereits seit Tagen mit Äußerungen über die Spaltung Bosniens für Aufsehen sorgt.

Recht auf Selbstbestimmung

Die Tschechoslowakei hatte sich 1993 in gegenseitigem Einvernehmen in die Tschechische Republik und die Slowakei aufgeteilt, beide wurden 2004 in die EU aufgenommen. Dodik zufolge sollten die "föderalen Einheiten" Bosniens "nach fünf oder sechs Jahren" das Recht auf Selbstbestimmung erhalten. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Bosnien wurde nach Ende des Bosnien-Krieges (1992-95) im Vertrag von Dayton in die Serbische Republik und die Bosniakisch-Kroatische Föderation aufgeteilt. Sie werden durch zentrale Institutionen zusammengehalten, die jedoch nicht sehr einflussreich sind. Der Friedensvertrag erlaubt ihnen keine Trennung. (APA/AFP)

 

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