"Seraphine" räumt bei den französischen Cesar-Filmpreisen ab

28. Februar 2009, 13:17
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Sieben Auszeichnungen für Malerfilm von Martin Provost - Komödie "Willkommen bei den Sch'tis" geht leer aus - "Waltz With Bashir" bester ausländischer Film

Paris - Das Drama "Séraphine" ist der große Sieger bei der diesjährigen Verleihung des französischen Filmpreises César. Der Film über den Aufstieg der einflussreichen naiven Malerin Séraphine de Senlis wurde am Freitagabend in Paris in insgesamt sieben Kategorien ausgezeichnet. Ehrengast Sean Penn überreichte den César für den besten Film an "Séraphine"-Regisseur Martin Provost. Hauptdarstellerin Yolande Moreau gewann den "französischen Oscar" als beste Schauspielerin. Der Film wurde u.a. auch für die beste Musik und das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

Als bester Schauspieler wurde Vincent Cassel für seine Rolle in dem Thriller "Mesrine" ("Public Enemy No.1") geehrt. Der Krimi über einen der bekanntesten Verbrecher des Landes, Jacques Mesrine, war mit zehn Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Ausgezeichnet wurde er schließlich in drei Kategorien.

César für Hoffmann

Ganz leer ging die Erfolgskomödie "Willkommen bei den Sch'tis" aus, die überraschend schon nur in der Kategorie "Originellstes Drehbuch" nominiert war. Auch dieser Preis ging an "Séraphine". Als bester ausländischer Film wurde der israelische Beitrag "Waltz With Bashir" von Ari Folman ausgezeichnet, der bereits einen Golden Globe gewann.

Dustin Hoffmann wurde mit einem César für sein Lebenswerk geehrt. Er fühlte sich sichtlich unwohl bei der Entgegennahme seines Preises - was der 71-Jährige auch einräumte. "Ich habe nie gelernt, mich zu verbeugen", sagte Hoffman. Selbstsicherheit habe er immer nur in der Schauspielerei erfahren. "Ich bin noch nicht am Ende", sagte er beim Verlassen der Bühne.

Die 34. César-Verleihung fand wie in jedem Jahr im Pariser Théâtre du Châtelet statt. Präsidentin der Zeremonie war die Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, Tochter des französischen Kultstars Serge Gainsbourg.

Der Filmpreis César wurde als europäische Antwort auf den amerikanischen Oscar ins Leben gerufen und von der Académie des Arts et Techniques du Cinéma in Paris 1976 erstmals vergeben. Der französische Bildhauer César Baldaccini (1921- 1998) schuf die als Preis vergebene Statuette, erster Jury-Präsident war der Schauspieler Jean Gabin. Zunächst wurde der Preis in 13 Kategorien vergeben, mittlerweile sind es 21. Die Akademie umfasst etwa 3000 Mitglieder. (APA/AP/dpa)

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