Andrea Fischbacher endlich ganz oben

28. Februar 2009, 12:17
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Erster ÖSV-Abfahrtssieg seit fast zwei Jahren - Kleine Kristallkugel für Lindsey Vonn

Bansko - Andrea Fischbacher hat mit ihrem ersten Weltcup-Abfahrtssieg den Bann gebrochen. Die 23-jährige Großcousine von Hermann Maier gewann am Samstag die zweite Abfahrt in Bansko (Bulgarien) und beendete damit die fast zweijährige Sieglosigkeit der ÖSV-Abfahrerinnen. Schon am Vortag hatte die Salzburgerin als Zweite den ersten Abfahrts-Podestplatz der Saison für die ÖSV-Damen geholt.

"Ich habe schon am Start ein sehr gutes Gefühl gehabt. Aber ob es sich dann wirklich ausgeht, weiß man ja nie", freute sich Fischbacher über ihren zweiten Weltcupsieg, der mit einem Scheck über 35.000 Euro versüßt wurde. Die Pongauerin hatte auf der eigentümlichen und eisigen "Banderiza-Waschrumpel" im Pirin-Gebirge beide Trainings dominiert, sich am am Freitag in der Moritz-Ersatzabfahrt aber der Schweizerin Fabienne Suter noch geschlagen geben müssen.

Eis

24 Stunden später war Fischbacher in der Bansko-Originalabfahrt aber die Top-Kurvenfahrerin schlechthin, obwohl oder gerade weil die Super-G-artige Abfahrt noch eisiger war als am Vortag. Ihren bis dahin einzigen Weltcupsieg hatte die WM-Dritte im Super-G vor einem Jahr im Super-G von Sestriere ex aequo mit Suter gefeiert. Während Fischbacher erstmals "solo" siegte, musste sich Suter diesmal 0,39 Sek. hinter Fischbacher und 0,26 hinter der Slowenin Tina Maze mit Platz drei zufriedengeben. Am Podest standen damit erneut Super-G-Spezialistinnen. Zweitbeste Österreicherin wurde Elisabeth Görgl als Siebente.

Kritik an der Strecke war für die Siegerin aber natürlich kein Thema. "Im Mittelteil ist es zwar wirklich ein Super-G mit extremen Kurven, sonst aber eine schöne Abfahrt", kommentierte die 23-Jährige aus Eben die Weltcup-Premiere der Damen in Bulgarien, die letztlich ohnehin wieder in Herrenrennen münden soll.

"Irre schnell"

Der Unterschied zum Vortag war schnell erklärt. "Ich habe in erster Linie mehr gesehen und die Ski besser laufen lassen. Die Ski waren irre schnell", erklärte Atomic-Fahrerin und "Ice Age"-Fan "Fischi". "Dass ich meine Trainingsleistung umsetzen konnte, ist ein Traum. Ein Sieg kommt von selbst, man muss es einfach erwarten können", meinte die Pongauerin, die seit einem Jahr immer stärker wird. "Ich bin einfach sehr konstant geworden, kann meine Leistungen möglichst gut bei Rennen abrufen. Dazu haben die Skifirma und das Team sehr gut gearbeitet, durch Mentaltraining bin ich auch im Kopf stärker geworden", bestätigte die Salzburgerin.

Viele Damen hatten auch am Samstag ihre liebe Not mit der Piste. Weltmeisterin Lindsey Vonn wurde nur Zwölfte, das reichte aber zum erneut vorzeitigen Gewinn der Abfahrts-Kugel. In der Gesamtwertung schrumpfte Vonns Vorsprung auf Maria Riesch (Abfahrts-8.) um lediglich zehn Zähler auf 336 Punkte und damit immer noch mehr als drei Siege. Die mit 960 Punkten drittplatzierte Anja Pärson scheint keine Gegnerin mehr zu sein. Die Schwedin gab in Bansko zum zweiten Mal in Folge mit schmerzverzerrtem Gesicht auf.

Am Sonntag klingt die Weltcup-Premiere in Bansko, wo man unter heftiger Kritik von Umweltschützern ein gigantisches Skigebiet aus dem Boden gestampft hat, mit einem "echten" Super-G aus. Klarerweise zählt da Fischbacher erst recht zu den Favoritinnen. "Die Plätze eins und zwei geben ihr sicher viel Selbstvertrauen, sie wird zudem locker fahren können", hoffte auch ÖSV-Damenchef Herbert Mandl auf einen neuerlichen Podestplatz der Salzburgerin.

Dass Fischbacher für den ersten ÖSV-Abfahrtssieg seit dem von Renate Götschl am 14. März 2007 in Lenzerheide und damit seit fast zwei Jahren gesorgt hatte, bezeichnete Mandl als "gut für das ganze Team". Dass es sich in Wahrheit um einen Super-G-Erfolg gehandelt haben könnte, ließ Mandl nicht gelten. "Die Strecke hat sicher ihren eigenen Charakter. Aber sie ist nicht so viel Super-G wie viele sagen. Das einzige was hier fehlt, sind richtige Gleitpassagen."  (APA)

  • Das Erfolgsrezept Fischbachers: "Ein Sieg kommt von selbst, man muss es einfach erwarten können"
    foto: epa/georgi licovski

    Das Erfolgsrezept Fischbachers: "Ein Sieg kommt von selbst, man muss es einfach erwarten können"

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