Obama schließt lange Militärpräsenz aus

28. Februar 2009, 09:05
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US-Präsident: "Truppen so rasch wie möglich heimholen"

Washington - Trotz ihrer Pläne, die Truppen in Afghanistan massiv aufzustocken, sind die USA nach den Worten von Präsident Barack Obama nicht an einer "langfristigen Militärpräsenz" am Hindukusch interessiert. Dies sei eines der Dinge, die Washington den Menschen in Afghanistan klarmachen müsse, sagte Obama am Freitag im öffentlichen Fernsehsender PBS. Er erinnerte daran, dass die afghanische Bevölkerung schon immer allen "vermeintlichen Besatzungstruppen" feindselig gegenüber gestanden sei. Dies müsse bei der Erarbeitung einer neuen Strategie berücksichtigt werden.

Hauptgrund für den US-Einsatz in der Region sei die Sicherheit der US-Bürger, sagte Obama weiter. Dafür aber dürfe sich das amerikanische Engagement nicht allein in militärischen Aktionen erschöpfen. Einen Zeitplan für den US-Truppenabzug wollte Obama nicht nennen: "Solange wir keine klare Strategie haben, werden wir keine klare Abzugs-Strategie haben". Sein Ziel sei es, die US-Truppen "so rasch wie möglich heimzuholen", ohne eine Situation zu hinterlassen, die neue Terroranschläge gegen die USA ermögliche.

US-Präsident Barack Obama will den internationalen Einsatz in der Region einer strategischen Prüfung unterziehen. Das Militärengagement in Afghanistan ist für ihn die zentrale Front im Kampf gegen den Terror. Bis zum NATO-Gipfel Anfang April will das Weiße Haus eine grundlegend überarbeitete Strategie vorlegen, zu der auch eine deutliche Verstärkung des US-Truppenkontingents gehört. (APA)

 

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