O-Töne: Private Kunstsammler

27. Februar 2009, 18:26
posten

Hans Peter Haselsteiner - Herbert Liaunig - Karl-Heinz Essl

foto: der standard

Museumsdirektor und Sammler Karl-Heinz Essl bleibt auch in Krisenzeiten großzügig.

"Bei Ankäufen werden wir ein bisschen leisertreten und die Entwicklung abwarten.Der Kunstmarkt ist ja deutlich zurückgegangen. Doch Kunst entwickelt sich anders als die Realwirtschaft: Sie bereitet Freude und bedeutet, langfristig gesehen, ein wichtiges Anlageobjekt. Was das Museum betrifft, werden alle Projekte realisiert. Wir laden für Herbst zehn internationale Ausstellungshäuser zur Schau "Director's choice" ein. Alle Institutionen erhalten ein Budget für den Ankauf von Kunstwerken. Die Auswahl der Werke obliegt ohne besondere Beschränkungen dem jeweiligen Museumsdirektor, der das Werk als Dauerleihgabe mitnehmen darf."

foto: der standard

Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner fördert mit dem Strabag-Kunstpreis junge Künstler.

"Wir haben den mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Strabag-Kunstpreis für junge Kunst gerade auf die CEO-Länder ausgedehnt. Es wäre ein katastrophales Zeichen nach innen und außen, wenn wir sagen, das können uns nicht mehr leisten. Sammeln war für uns nie nur eine Frage der Imagebildung. Es dient der Motivation unserer Mitarbeiter. Wir glauben, dass große Unternehmen jungen Künstlern eine Referenz schuldig sind. Mich interessieren die Hochpreise nicht – und nicht die Niedrigpreise. Das Ankaufsbudget hängt von unserem Gewinn ab. Bei gutem Jahr gibt es ein höheres Budget. Eine kleine Auswirkung hat die Krise vielleicht."

Herbert Liaunig hat für seine Kunstsammlung ein Museum in Kärnten gebaut.

"Als Sammler bin ich derzeit in Abwarteposition, ich kaufe nicht mehr ganz so spontan, das mute ich meinem Budget jetzt nicht zu. Aber ich werde von Einladungen in Ateliers überschwemmt. Ich war der Meinung, die Käufer wären derzeit zurükhaltend. Die YSL-Versteigerung hat mich eines Besseren belehrt. Davon leite ich ab, dass diese Krise eine Flucht in Sachwerte bedeutet. Statt in Bankpapiere investiert man in Kunst, da hat man wenigstens Freude daran, wenn auch vielleicht keinen Gewinn.Und dass ein Teil der Kunstblase doch platzen wird. Aber im Prinzip sage ich: Das breite Mittelgebirge der Kunst wird von der Krise nicht berührt." (asch, DER STANDARD/ Printausgabe, 28.02/01.03.2008)

Share if you care.