Chinas Gegenwartskunst trotz Krise teuer

27. Februar 2009, 17:51
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Kunstmarkt besser als jener für Aktien

Chinas Aktien büßten 2008 rund 60 Prozent ihres Wertes ein. Die Preise für moderne Kunst fielen trotz der Hype unter Investoren und großer Spekulationsblasen im Durchschnitt nur um 25 Prozent. "Der Markt für Chinas Gegenwartskunst verhält sich für 50 Künstler besser als der für Börsenwerte", sagte Rupert Hoogewerf. Seit 1999 veröffentlicht der Brite in Shanghai alljährlich die "Hurun" -Listen der reichsten Chinesen.

Im vergangenen Jahr stellte er gemeinsam mit dem Onlineportal für Kunstauktionen (www.artron.net) erstmals eine Rangliste der teuersten chinesischen Maler nach den Ergebnissen der Auktionshäuser auf. Die "Hurun 2009 Art Liste" spiegele bereits die Korrekturen im Herbst wieder. Vor allem zeichne sie einen Generationswechsel zu Gegenwartskünstlern nach, von denen die besten eine "stabile Marktnachfrage" haben. 2007 kam der traditionell-moderne Maler Wu Guanzhong noch auf Platz Eins. 2008 rutschte der 90-jährige nach seinen Auktionsergebnissen auf Platz vier.

Die Liste führt der 51-jährige Avantgardist Zhang Xiaogang an, dessen Bilder sich für 44,1 Mio. Dollar verkauften. Mit Große Familie Nr.3 erzielte er 6,1 Mio. Dollar. Auf Platz zwei und drei rückten die ironisch-gegenwartsbezogenen Maler Yue Minjun und Zeng Fanzhi auf, deren Werke für jeweils mehr als 30 Mio. Dollar verkauft wurden. Der 45-jährige Zeng brach 2008 mit seiner Mask Series No.6 einen Rekord. Das Bild erzielte bei Christie's 9,7 Mio.Dollar. Von Zhang, Yue und Zeng stammten allein 41 der 100 teuersten Bilder, die 2008 versteigert wurden.

Neu auf die Liste kamen elf Maler. Die Werke der fünfzig Führenden wurden 2008 zusammen für 410 Mio.Dollar versteigert (24,9 Prozent weniger als 2007). Trotz aller Unwägbarkeiten 2009 und der schweren Lage, in die viele Galerien in China geraten sind, erwartet Hoogewerf "zumindest für die Superstars einen robusten Markt" . Grund: Seit 2008 würden sich mehr chinesische Sammler für ihre Kunst interessieren, die aber noch immer zu über 70 Prozent von der Auslandsnachfrage lebt. (Johnny Erling aus Peking, DER STANDARD/ Printausgabe, 28.02/01.03.2008)

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