Österreicher im Pech, Küttel Überraschungs-Champ

27. Februar 2009, 20:30
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Schweizer gewinnt mit nur einem gewerteten Sprung - Schlieren­zauer als bester Adler Vierter

Liberec - Der WM-Bewerb der Skispringer von der Großschanze ist am Freitag nach nur einem vollendeten Durchgang abgebrochen worden - die favorisierten Österreicher blieben ohne Medaille. Weltmeister wurde der Schweizer Andreas Küttel nach einem 133,5-m-Satz im ersten Sprung vor dem Deutschen Martin Schmitt und dem Norweger Anders Jacobsen. Gregor Schlierenzauer verfehlte Gold als Vierter um 2,7 Punkte. Wolfgang Loitzl, der vergangenen Samstag von der Normalschanze triumphiert hatte, musste sich mit Platz sechs, Thomas Morgenstern mit Rang zehn begnügen.

Damit bleibt Andreas Goldberger (Silber in Thunder Bay 1995) der bisher letzte Österreicher, der auf der Großschanze eine Einzel-WM-Medaille gewinnen konnte.

Während die Österreicher, die in Topform zur WM gekommen waren und nach dem ersten Durchgang in guter Position gelegen hatten, mit dem Abbruch leben mussten, sah man im Auslauf ein seltenes Bild: Weltmeister Andreas Küttel, der noch auf seinen zweiten Sprung auf der Schanze gewartet hatte, wurde mit dem Sessellift heruntergebracht. Das Finale der Top 30 war zunächst neu gestartet worden, dann sah sich die Jury aber zum endgültigen Abbruch gezwungen. Eine Mischung aus Schneefall, Regen und drehenden Winden hatte der Konkurrenz zu sehr zugesetzt, den die ÖSV-Adler nach 14 Einzelsiegen im Weltcup durch Schlierenzauer (10) und Loitzl (4) als große Favoriten in Angriff genommen hatten. Schon im ersten Durchgang waren die Bedingungen nicht für alle Springer gleich. Und auch hier zählten die Österreicher zu den Leidtragenden.

Schröcksnadel: "Skandal"

"Es tut mir schon leid, dass sie den Wettkampf nicht durchgezogen haben. Aber es sind drei starke Springer vorne, und gegen das Wetter kann man nichts machen", meinte Loitzl unaufgeregt. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sprach dagegen von einem "Skandal". "Man hätte zumindest den zweiten Durchgang noch zu Ende springen müssen."

Und Gregor Schlierenzauer meinte: "Ich akzeptiere die Entscheidung und bin extrem sauer. Es ist bitter, wenn man das ganze Jahr auf einen Höhepunkt hinarbeitet und dann kann man seine Fähigkeiten nicht zeigen. Man redet immer vom Mitspracherecht für die Athleten, davon war heute nichts zu sehen." Angesichts der schlechten Wettervorhersagen hätte man gleich auf Sonntag verschieben können, so der Tiroler.

Auch Cheftrainer Alexander Pointner zeigte sich enttäuscht: "Vor allem tun mir die Athleten leid."(red/APA)

 

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    Nur einen Sprung zeigte der frischgebackene Weltmeister Andreas Küttel am Freitag, der allerdings geriet dem Schweizer makellos.

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