Mobiles Breitband wird in Mittel- und Osteuropa stark wachsen

27. Februar 2009, 16:41
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Geringe Festnetz-Penetration ist dafür verantwortlich

Die Verbreitung von Breitband-Internet in Mittel- und Osteuropa verzögert sich. Die geringe Festnetzpenetration und vergleichsweise hohe Kosten für den Konsumenten seien dafür verantwortlich - zu diesem Schluss kommen das Beratungsunternehmen Roland Berger und UniCredit CAIB in ihrem "CEE Weather Report - Telecom". Nur etwas mehr als ein Viertel der Haushalte in dieser Region verfügt über einen Breitbandzugang und nur sieben Prozent können mobil surfen. Zum Vergleich: In Westeuropa verfügen rund 60 Prozent aller Haushalte über einen Breitbandzugang und 50 Prozent können mobiles Breitband nutzen.

"Überdurchschnittliche Wachstumsraten"

Die geringe Festnetzpenetration lässt in den kommenden Jahren "überdurchschnittliche Wachstumsraten" bei mobilem Breitband in Mittel- und Osteuropa erwarten, lautet die Prognose. Bereits jetzt würden die Mobilfunkbetreiber rasch wachsende Kundenzahlen feststellen.

Bei der Breitbandpenetration im Festnetzbereich führend waren Ende 2007 Tschechien (42,6 Prozent), Ungarn (39,1 Prozent) und die Türkei (37,4 Prozent). Am anderen Ende der Tabelle findet sich die Ukraine mit 7,1 Prozent. Bei mobilem Breitband führte Ende 2007 Rumänien (13,8 Prozent) vor Polen (10,6 Prozent) und Ungarn (7,4 Prozent). Praktisch kein mobiles Breitband-Internet gibt es in der Ukraine (0,04 Prozent). Zum Vergleich: In Österreich verfügten im Vorjahr 51 Prozent der Haushalte über Breitband und Ende 2007 60,4 Prozent über mobiles Breitband.

Markt

In den kommenden Jahren bleibe die Region Mittel- und Osteuropa "ein wichtiger Wachstumsmarkt" für europäische Telekombetreiber. Die Entwicklung werde sich jedoch weiterhin auf die urbanen Räume konzentrieren. Darüber hinaus rechnet Roland Berger - im Gegensatz zu Westeuropa - für einige Länder noch mit Wachstumsraten im Festnetzbereich. So soll in den kommenden fünf Jahren die Breitbandpenetration in Russland von derzeit 14,6 Prozent auf 34,3 Prozent steigen, in der Türkei von 37,4 Prozent auf 53,8 Prozent und in Bulgarien von 16,6 Prozent auf 31,5 Prozent. Gesamt betrachtet werde der fixe Breitbandmarkt in West- wie auch in Osteuropa um rund 10 Prozent wachsen, so die Prognose. (APA)

 

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