Störungsfreie Drehzahlsteuerung aus Graz

28. Februar 2009, 11:25
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Zwei Entwicklungen der TU Graz werden im Rahmen des PRIZE-Wettbewerbs unterstützt

Wien - Voraussetzung einer erfolgreichen Erfindung ist nicht nur die Idee sondern auch ein aussagekräftiger Prototyp. Die Entwicklung eines solchen unterstützt der PRIZE-Wettbewerb der Bundesministerien für Wissenschaft und Forschung sowie Wirtschaft, Familie und Jugend. Dabei haben u.a. zwei Forscherteams der TU Graz gewonnen, gab die Universität in einer Aussendung bekannt.

Mit der durch die Initiative "uni:invent" finanzierten Herstellung von Prototypen können die preisgekrönten Forschergruppen aus dem Energiebereich die Wirksamkeit ihrer Entwicklungen demonstrieren und potentiellen Lizenznehmern vorführen.

Störungsfreie Drehzahlsteuerung

Die Entwicklung von Günther Dannerer und Klaus Krischan vom Institut für Elektrische Antriebstechnik und Maschinen beschäftigt sich mit der Drehzahlvariation von kleinen Elektromotoren bis zu einer Leistung von etwa einem Kilowatt, wie sie beispielsweise in typischen Haushaltsgeräten zu finden sind. Die von ihnen entwickelte Methode zur Verstellung der Drehzahl hat zwei große Vorteile: Sie verbessert einerseits den Wirkungsgrad des Systems, andererseits werden wenig Störsignale ins elektrische Netz eingebracht. Das hilft Energie zu sparen, außerdem werden kostspielige Filtermaßnahmen, die üblicherweise zur Behebung von auftretenden Störungssignalen nötig sind, vermieden.

Exakte Analyse kurzzeitiger Stromnetzstörungen

Ein umgestürzter Baum trifft eine Stromleitung, altersschwache Kabel bringen nicht mehr ihre volle Leistung: Solche und ähnliche Gründe, so genannte "äußere" und "innere" Isolationsverluste, können zu elektrischen Durchschlägen in Stromnetzen führen. Stromnetze sind wie viele andere technische Systeme aber so konstruiert, dass sie den ersten Fehler tolerieren und solche Isolationsverluste wegstecken können.

Wichtig ist es allerdings, rasch zu erkennen, ob und wann die Gefahr vorbei ist, um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Dafür hat die Arbeitsgruppe um Lothar Fickert vom Institut für Elektrische Anlagen neuartige Verfahren zur exakten und raschen Analyse solcher kurzzeitigen Netzstörungen entwickelt. Nutznießer dieser Entwicklung sind in erster Linie Netzbetreiber und in weiterer Folge jeder, der elektrische Energie nutzt.

Hintergrund

Die TU Graz biete ihren Forscherinnen und Forschern Unterstützung bei Schutz und Verwertung des geistigen Eigentums an: Wer eine zündende Idee mit Anwendungspotenzial hat, wende sich an die Servicestelle Technologieverwertung, die diese prüft und am Weg zur kommerziellen Verwertung begleitet, so die Universität. (red)

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