Ein einziges Gen reguliert die Zahnreihe

2. März 2009, 10:35
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Eines Tages wird es vielleicht möglich, verlorene Zähne wieder nachwachsen zu lassen

Rochester - Einem einzigen Gen verdankt der Mensch, dass seine Zähne in nur einer Gebissreihe angeordnet sind. Zu diesem Schluss kommen Genetiker am Zentrum für Mundmedizin der Universität Rochester. Sie untersuchten an Mäusen, was die Ausprägung der Zahnreihe bestimmt und was Ausschlag für das Wachstum der zweiten Zähne gibt. Diese Forschungen könnten dazu beitragen, dass eines Tages das Nachwachsen ausgefallener Zähne erreicht und die Ausprägung des Geburtsfehlers der Gaumenspalte verhindert wird, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Science".

Die Forscher entdeckten, dass Mäuse einen zusätzlichen Zahn neben den Backenzähnen entwickeln, sobald man bei ihnen ein Gen namens Osr2 deaktiviert. Dieses Gen reguliert das Zahnwachstum und schützt somit die Zähne davor, aus der Reihe zu tanzen. Frühere Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass dasselbe Gen auch beim Menschen aktiv ist. "Spannend ist besonders, dass der zusätzliche Zahn einem Gewebe entwuchs, das sonst gar keine Zähne bildet", betont Studienautor Rulang Jiang.

Ein Traum: Nachwachsende Zähne

Erkrankungen des Zahnfleisches, Traumata oder Erbfehler führen bei Erwachsenen häufig zu einem vorzeitigen Ausfall von Zähnen. Zahnprothesen oder Implantate können in Sachen Bequemlichkeit und Funktionsweise bisher kaum natürliche Zähne ersetzen. Die Forscher spekulieren, dass es die genaue Kenntnis des Auslösers für das Zahnwachstum eines Tages möglich macht, auch bei Erwachsenen verlorene Zähne wieder nachwachsen zu lassen.

Obwohl alle Säugetiere nur eine Zahnreihe besitzen, gibt es viele andere Wirbeltiere mit Zähnen in mehreren Reihen. Der Hai ist in dieser Hinsicht Rekordhalter. Er bildet zeitlebens reihenweise neue Zähne aus, die im Maul von innen nach außen geschoben werden. Durch dieses "Revolvergebiss" produziert er im Lauf seines Lebens tausende Zähne und hat immer mehrere Zahnreihen gleichzeitig in Verwendung. (pte)

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