ÖSV von Regeländerung überrascht

27. Februar 2009, 15:49
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Skiwechsel auf Marathondistanzen erlaubt - Hoffmann bis Freitag nicht informiert - Raupach gelassen: "Sehe das nicht nur positiv"

Liberec - Die bei der Nordischen Ski-WM in Liberec bisher enttäuschenden ÖSV-Langläufer sind von einer Regeländerung überrascht worden. Eine an die Presse bereits vor über einer Woche verteilte Meldung, wonach es im 30-km-Langlauf der Damen bzw. dem 50-km-Rennen der Herren bei der WM erstmals erlaubt sein wird, die Ski zu wechseln, war dem ÖSV zwei Tage vor dem Schlussbewerb noch gar nicht bekannt. Auch Christian Hoffmann wusste davon bei der Pressekonferenz am Freitagvormittag noch nichts. Cheftrainer Bernd Raupach blieb auf Anfrage aber gelassen und sieht in dieser Möglichkeit nicht nur Vorteile.

"Ich sehe das nicht nur positiv. Man muss auch sehen, dass man damit den Laufrhythmus unterbricht", sagte Raupach. Hoffmann habe den Skiwechsel bei einem Testbewerb in Rybinsk vor einiger Zeit bereits durchgeführt, dann aber durch diese Maßnahme den Anschluss an die Spitze verloren. Für die Vorbereitung ändere dies wenig, weil natürlich die Bedingungen in der Loipe am Wettkampftag entscheidend sind.

Ein Wechsel sei nicht unbedingt ein Vorteil, sagte Raupach. "Denn normalerweise muss der Rennski so gut sein, dass man durchlaufen kann. Bei diesen Bedingungen hier allerdings könnte es erforderlich sein", gestand der Bayer. Erst am Freitag wurde festgelegt, dass man nur zwei Mal innerhalb der ersten 25 und zwei Mal innerhalb der restlichen 25 km wechseln darf. Sollte man es in der ersten Rennhälfte übrigens nicht anwenden, dann kann man später keine zusätzlichen Auswechslungen vornehmen.

Noch geklärt werden muss laut Raupach, ob man einen aus dem Bewerb genommenen Ski während des Bewerbs präparieren und später wieder einsetzen kann. Jeder Sportler verfügt freilich über einen Topski, denn er bei dementsprechender Abnützung neu herrichten lassen könnte. In Sachen Taktik wird der Bewerb mit Sicherheit interessanter. Ein wesentlicher Vorteil wird sein, dass man reagieren kann, wenn sich die Skitechniker völlig vergriffen haben. Auch der richtige Zeitpunkt des Wechsels und das genaue Beobachten der Gegner wird zusätzliche Spannungsmomente bringen. Man muss auch abschätzen, ob ein eventueller Wechsel das Risiko wert ist, unter Umständen den Laufrhythmus oder den Anschluss zu verlieren. (APA)

 

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