Bauskandal bringt Sozialisten unter Druck

27. Februar 2009, 15:41
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13 Festnahmen kurz vor Regionalwahlen im Baskenland und in Galicien

Málaga - Nur zwei Tage vor den Regionalwahlen im Baskenland und in Galicien sind Spaniens regierende Sozialisten wegen eines Korruptionsskandals in die Schlagzeilen geraten. Bei Razzien im Hinterland der südspanischen Costa del Sol nahm die Polizei am Freitag den sozialistischen Bürgermeister der Ortschaft Alcaucín, José Manuel Martín, unter dem Vorwurf der Bestechlichkeit fest. Der 56-Jährige und einige seiner Mitarbeiter sollen gegen Schmiergelder im großen Stil Baugenehmigungen in landschaftlich geschützten Gebieten erteilt haben, wie die Behörden mitteilten.

Insgesamt seien 13 Verdächtige festgenommen worden, darunter auch zwei Töchter des Bürgermeisters sowie mehrere Bauunternehmer und Makler. Umweltschützer hatten schon seit langem geklagt, in der Umgebung der nur 2500 Einwohner zählenden Gemeinde nordöstlich von Málaga seien in den vergangenen Jahren bis zu 20.000 Wohnungen gebaut worden. Die Sozialistische Partei (PSOE) kündigte ein Ausschlussverfahren gegen den Bürgermeister an.

Schmiergelder

Die konservative Volkspartei (PP) warf den Sozialisten vor, eine Ausbreitung der Korruption in den von ihnen regierten Ortschaften an der Costa del Sol zugelassen zu haben. Die PP selbst hat seit Wochen mit einer großen Korruptionsaffäre zu kämpfen. Im Mittelpunkt steht ein Netzwerk von Unternehmen, das sich mit Schmiergeldern lukrative öffentliche Aufträge und Baugenehmigungen in PP-regierten Gemeinden gesichert haben soll. Der Untersuchungsrichter Baltasar Garzón ermittelt gegen insgesamt 37 Verdächtige. Laut Presseberichten sollen auch der Schatzmeister der Partei sowie ein EU-Abgeordneter in die Affäre verwickelt sein. (APA/dpa)

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