Angstgegner beehrt Rapid

27. Februar 2009, 15:36
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Ried fordert Rapid zum vierten Saisonduell - Gludovatz: "Glück schon aufgebraucht" - Pacult will Druck über die Seiten machen

Wien - "Angstgegner". Ein Begriff, mit dem beide Trainer vor dem Duell zwischen Rapid Wien und der SV Ried am Samstag (18.00 Uhr/live Premiere Einzelspiel) keine rechte Freude haben. Ried-Coach Paul Gludovatz war sich vor dem Spiel der 24. Runde der Fußball-Bundesliga sicher, dass "wir das Glück schon aufgebraucht haben" und Peter Pacult, Trainer des Rekordmeisters, will den Gegner ohnehin "nicht öffentlich starkreden".

Das Attribut "stark" trifft freilich genau auf die Vorstellungen der Rieder gegen Rapid in der laufenden Saison zu. In zwei Ligaspielen holten die Wiener lediglich ein Heim-Remis, zudem wurde das Innviertel bereits im Cup-Achtelfinale zur Endstation. Neben der eigenen Stärke ist es freilich Rieds matte Auswärtsbilanz von nur einem Sieg (27. September 2008, 1:0 in Altach) und acht Niederlagen in zwölf Saisonspielen, die den Wienern Mut macht. Im Hanappi-Stadion ist man zudem seit 1. Dezember 2007 (1:3 gegen Salzburg) ohne Niederlage (18 Spiele, 15-3-0) und kann auf ein Torverhältnis von 51:11 verweisen.

Dennoch, Pacult zeigte Respekt. "Man sieht klar die Handschrift von Paul Gludovatz. Er legt auf gutes Abwehrverhalten wert, die Mannschaft kann schnell von Defensive auf Offensive umschalten. Ein 3-3-3-1 kann sich da schnell in ein 5-4-1 ändern, das machen sie sehr, sehr gut", analysierte der 49-Jährige - und forderte: "Gegen solche Mannschaften muss man viel Druck über die Seite machen. Ich hoffe, dass uns das gelingt." Ein Dreipunkter würde den ersten Rapid-Sieg seit drei Spielen bedeuten.

Nochmals betonte er die Klasse seiner Jungen, Yasin Pehlivan ("sehr abgebrüht") und Rechtsverteidiger Tanju Kayhan. Letzterer muss mit einer leichten Muskelblessur passen, wird in der kommenden Runde aber wohl wieder einsatzbereit sein. "Sonst würde er auch gegen Ried sicher spielen", brach Pacult eine Lanze für den 19-Jährigen. Während Kayhan rechts fehlt, muss Grün-Weiß auf der linken Abwehrseite auf den Gelb-Gesperrten Markus Katzer verzichten.

Die Personalsituation des Gegners lässt Gludovatz, der auf alle Kaderspieler zurückgreifen und auch den zuletzt gesperrten Kujabi wieder begrüßen kann, freilich kalt. "Rapid hat genug gute Leute", meinte der ehemalige ÖFB-Nachwuchscoach. Seine Konzentration gilt dem eigenen Team. "Eine Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel in Mattersburg wird eindeutig nötig sein", erinnerte er an das 2:2 im Burgenland am vergangenen Freitag, bei dem man eine 2:0-Führung verschenkte. "Es ist uns da teilweise zu einfach gemacht worden, zu Torchancen zu kommen. Gegen Rapid wird das anders sein, und dann müssen wir treffen", meinte Gludovatz.

Der Burgenländer will Rapid freilich keine reine Defensivschlacht liefern. "Wir werden es so anlegen, dass wir zu Chancen kommen. Wir wollen unsere neu gewonnene Spielstärke unter Beweis stellen", betonte Gludovatz, der auf Disziplin aber größten Wert legt. "Gegen Rapid wird man sicher ein Gegentor bekommen. Aber wenn wir aus dem Spiel heraus kein Tor bekommen, dann bleibt es ein stabiles System." Auf Fortuna hofft der gern als "Taktikfuchs" Bezeichnete jedenfalls nicht mehr. "Normalerweise gewinnst du von zehn solchen Spielen nur eines. Wir haben unser Glück in dieser Saison schon aufgebraucht." (APA)

SK Rapid Wien - SV Josko Ried (Gerhard Hanappi Stadion, 18:00 Uhr/live Premiere Sport, SR Hofmann). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (heim), 0:1 (auswärts).

Rapid: Payer - Dober, Eder, Patocka, Ketelaer - Hofmann, Heikkinen, Pehlivan, Boskovic - Maierhofer, Hoffer
Ersatz: Hedl - Thonhofer, Kavlak, Drazan, Jelavic, Gartler
Es fehlen: Katzer (gesperrt), Hiden (Zerrung), Tokic (Fersenprobleme), Kulovits (Zehenbruch), Kayhan (verletzt)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller - Brenner, Mader, Berger - Lexa, Drechsel, Kujabi - Nacho
Ersatz: Auer - Kovacevic, Pllana, Hadzic, Hackmair, Yeray, Bammer, Salihi
Keine Ausfälle

 

 

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