
Dalia Grybauskaitestellte sich den Fragen aus der Bevölkerung.
Vilnius - EU-Haushaltskommissarin Dalia Grybauskaite ist laut eigenen Worten weder lesbisch noch war sie jemals eine Agentin des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Die 52-jährige reagierte damit am Freitag auf entsprechende Fragen im Rahmen eines Chats auf dem baltischen News-Portal "delfi". Grybauskaite hatte am Tag davor ihre von vielen erwartete Kandidatur bei den litauischen Präsidentenwahlen im Frühjahr bekannt gegeben.
Die Fragesteller bezogen sich laut der Nachrichtenagentur BNS auf kursierende Gerüchte sowie auf litauische Medienberichte über Grybauskaite, die bereits einige Jahre zurück liegen. Litauen gilt gemeinsam mit Polen, Lettland und Russland als eines jener Länder in Europa, in denen sexuell offen alternativ orientierte Menschen die größten Akzeptanzprobleme haben und auch mit Übergriffen rechnen müssen. Die Aktivitäten von Politikern und sonstigen Bürgern während der Sowjetzeit sind in allen drei baltischen Staaten ebenfalls ein heikles Thema.
Fünf Kandidaten
Grybauskaite will als parteifreie Kandidatin Nachfolgerin des amtierenden Staatspräsidenten Valdas Adamkus (82) werden, der nach zwei nicht aufeinander folgenden Amtsperioden im Juli in den Ruhestand geht. Bisher gibt es fünf Kandidaten. Der konservative Ministerpräsident Litauens, Andrius Kubilius, gab bereits am Donnerstag eine Wahlempfehlung für Grybauskaite ab. Die EU-Kommissarin gilt wegen ihrer hohen Popularitätswerte als Favorit im Rennen um das Amt des litauischen Staatspräsidenten. (APA)
Sollen Regierung nicht angemessen über Pläne zu CIA-Geheimgefängnissen unterrichtet haben
Vize-Minister Skikas in U-Haft - Vorwürfe auch gegen Direktor des staatlichen Patientenfonds
Vygaudas Usackas tritt nach heftiger Kritik von Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite zurück
Aus für Reaktor war Bedingung für EU-Beitritt
Ausschussbericht: Präsidenten nicht informiert - Ministerpräsident: Freundschaft mit USA kein Grund, Gesetze zu brechen
Kontakte zur Mafia vorgeworfen - Arunas Valinskas "bedankte" sich für seine Abwahl
Grybauskaite hofft auf neue Beziehungen - Barroso: Konstruktiver Ansatz ehemaliger EU-Kommissarin
Gesetz verbietet Werbung für gleichgeschlechtliche Beziehungen
Neue Staatspräsidentin Grybauskaite will Entschärfung erreichen
Grybauskaite kündigt "aktive" Präsidentschaft an - Seitenhieb auf US-lastige Politik ihres Vorgängers - Regierung muss formal Rücktritt anbieten
Deutliche Mehrheit für 51-jährigen Konservativen
Falsche Grybauskaite will Wehrpflicht wieder einführen - Polizei um Aufnahme von Ermittlungen gebeten
"das geht nur mich und meine Familie etwas an", dann spekuliert das ganze Land zehn Jahre lang. Nach einer klaren Ansage ist - vielleicht - Ruhe.
Zumal sie sich weder schämen muss, hetero, lesbisch, bi oder asexuell zu sein - nur wenn sie sich gezwungen sieht, die Unwahrheit zu sagen wird es ein Problem. Abgesehen davon, dass für "sexuell alternativ Orientierte" in Litauen eine lesbische Identifikationsfigur durchaus nützlich wäre. Im Prinzip gebe ich Ihnen aber völlig Recht.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.