EU-Kommissarin

Grybauskaite: "Weder KGB-Agentin noch lesbisch"

27. Februar 2009 14:36

Frisch gebackene Präsidentschaftskandidatin im Chat beantwortete entsprechende Fragen litauischer Bürger

Vilnius - EU-Haushaltskommissarin Dalia Grybauskaite ist laut eigenen Worten weder lesbisch noch war sie jemals eine Agentin des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Die 52-jährige reagierte damit am Freitag auf entsprechende Fragen im Rahmen eines Chats auf dem baltischen News-Portal "delfi". Grybauskaite hatte am Tag davor ihre von vielen erwartete Kandidatur bei den litauischen Präsidentenwahlen im Frühjahr bekannt gegeben.

Die Fragesteller bezogen sich laut der Nachrichtenagentur BNS auf kursierende Gerüchte sowie auf litauische Medienberichte über Grybauskaite, die bereits einige Jahre zurück liegen. Litauen gilt gemeinsam mit Polen, Lettland und Russland als eines jener Länder in Europa, in denen sexuell offen alternativ orientierte Menschen die größten Akzeptanzprobleme haben und auch mit Übergriffen rechnen müssen. Die Aktivitäten von Politikern und sonstigen Bürgern während der Sowjetzeit sind in allen drei baltischen Staaten ebenfalls ein heikles Thema.

Fünf Kandidaten

Grybauskaite will als parteifreie Kandidatin Nachfolgerin des amtierenden Staatspräsidenten Valdas Adamkus (82) werden, der nach zwei nicht aufeinander folgenden Amtsperioden im Juli in den Ruhestand geht. Bisher gibt es fünf Kandidaten. Der konservative Ministerpräsident Litauens, Andrius Kubilius, gab bereits am Donnerstag eine Wahlempfehlung für Grybauskaite ab. Die EU-Kommissarin gilt wegen ihrer hohen Popularitätswerte als Favorit im Rennen um das Amt des litauischen Staatspräsidenten. (APA)

Andrew Jones
03.03.2009 09:55
Wenn sie das nicht gesagt hätte, hätte ich ja gar nicht

gedacht... , dass sie lesbisch sein kann oder eine Agentin. :) Jetzt schaut anders aus..

Chien de Pique
28.02.2009 18:51
"sexuell alternativ orientiert"

finde ich eine schöne neue PC-Stilblüte.

short cut
28.02.2009 09:08
Komische Aus(An)sage.

Das mit KGB kann ich verstehen. Hinzuweisen nicht lesbisch zu sein, nicht.
Ihr Privatleben sollte doch egal sein. Den Job soll sie gut machen, das ist es was ich erwarte.

Chien de Pique
28.02.2009 18:58
Wenn sie im Chat sagt

"das geht nur mich und meine Familie etwas an", dann spekuliert das ganze Land zehn Jahre lang. Nach einer klaren Ansage ist - vielleicht - Ruhe.
Zumal sie sich weder schämen muss, hetero, lesbisch, bi oder asexuell zu sein - nur wenn sie sich gezwungen sieht, die Unwahrheit zu sagen wird es ein Problem. Abgesehen davon, dass für "sexuell alternativ Orientierte" in Litauen eine lesbische Identifikationsfigur durchaus nützlich wäre. Im Prinzip gebe ich Ihnen aber völlig Recht.

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