"Probegalopp" für die Salzburg Biennale

27. Februar 2009, 15:08
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Beat Furrer, Steve Reich, Toshio Hosokawa und Klaus Huber stehen im Zentrum des Festivals

Salzburg - Das Salzburger Mozartjahr 2006 wirkt nach - aus dem Musik- und Kunstfestival "Kontracom" ist die Salzburg Biennale entstanden. An den kommenden vier Wochenenden im März wird die Salzburg Biennale erstmals über fünf Bühnen von Stiftung und Universität Mozarteum sowie im republic gehen. Inhaltlich werden vier Komponisten, nämlich Beat Furrer, Steve Reich, Toshio Hosokawa und Klaus Huber im Zentrum stehen. Deren Musik soll in insgesamt 27 Konzerten mit den traditionellen Klängen der Länder Spanien, Bali, Japan und Arabien konfrontiert werden.

Das Programm

Der Startschuss für dieses biennale Festival, in dem die Musik die bildende Kunst weitgehend an den Rand gedrängt hat, fällt am kommenden Donnerstag (5. März). Das erste Werk im ersten Konzert stammt von Maurizio Sotelo, "Musica para Luigi Nono" heißt die noch nie aufgeführte Komposition für Chor, Orchester und Flamencogesang. Es folgen Konzerte mit einem traditionellen Flamenco-Ensemble, den Ergebnissen eines Kompositionswettbewerbes, viel Beat Furrer sowie Musik von Kurtag und Nono.

Das zweite Wochenende vom 12. bis 15. März ist der Gegenüberstellung von Werken Steve Reichs mit traditioneller Musik aus Bali gewidmet. Wieder werden Volksmusik-Ensembles sowie Spezialisten für Neue Musik ganz eng nebeneinander auftreten, teilweise auch miteinander spielen. Ergänzt wird das balinesische Steve Reich-Wochenende mit einer Tanzperformance der Rosas, die auf Reichs Musik basiert. Vom 19. bis 22. März ist Japan an der Reihe. Die Musik Toshio Hosokawas wird auf traditionelle japanische Musik treffen, und vom 26. bis 29. März steht die Musik des Schweizers Klaus Huber im Mittelpunkt: Seine Kompositionen werden mit Werken von Amr Okba oder Hossam Mahmoud sowie traditioneller, klassisch-arabischer Musik verknüpft.

"Es geht in diesem Probegalopp eines Festivals um den Impuls der musikalischen Ursprünglichkeit und dessen Wirkung auf die westliche Komposition", erläutert Biennale-Kurator Hans Landesmann. "Mich interessiert, wie und wie stark diese Volksmusiken das kompositorische Schaffen beeinflusst haben."

Vorrang der Musik

Das musikalische Programm steht im Mittelpunkt, die bildende Kunst - bei "Kontracom" noch zentraler Aspekt - ist in der Biennale etwas an den Rand gedrängt. Biennale-Partner und Galerist Thaddäus Ropac eröffnet bereits morgen, Samstag, seine Ausstellung "Fuentes", in der er Werke "seiner" Künstler Anselm Kiefer, Georg Baselitz und Alex Katz einer Reihe von außereuropäischen Kunstwerken aus Afrika (Skulpturen), Japan (Holzschnitte) sowie Indien (Objekte) gegenüberstellt.

Auch die Residenzgalerie ist bei der ersten Salzburg Biennale dabei und kümmert sich in der Ausstellung "Sensai" um die formale Reinheit in der japanischen Kunst. Ab 13. März werden rund 80 Werke von 30 Künstlern vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart gezeigt. Zudem präsentiert die Residenzgalerie die Ergebnisse eines von der Stiftung Mozarteum organisierten Schulprojektes über japanische Kunst. Auch zu den Themen Spanien und Arabien gibt es Workshops und Schulprojekte. Für Landesmann ein zentraler Aspekt der Biennale: "Es war uns wichtig, dass alle vier Komponisten in Salzburg vor Ort sind, in der Universität mit Kompositionsstudenten arbeiten, Klassen leiten sowie Vorträge und Einführungen halten."

Karten

Für die insgesamt 27 Konzerte sind 12.000 Karten aufgelegt, ein knappes Drittel davon ist bis jetzt auch verkauft, wie Biennale-Geschäftsführer Wolfgang Laubichler erklärte. Eine Auslastung von 60 Prozent ist das erklärte Ziel der mit rund einer Mio. Euro Startkapital vergleichsweise üppig ausgestatteten Salzburg Biennale. Je 300.000 Euro stammen von Stadt Salzburg und Tourismus-Gesellschaft, 140.000 zahlt das Land dazu und 50.000 der Bund. Der Rest kommt von Sponsoren und den Kartenerlösen.

Die Konzerte kosten einzeln 25 Euro und für Studenten zehn. Dazu werden Wochenendpässe angeboten sowie Abos für vier Konzerte nach Wahl (20 Euro für Studenten) beziehungsweise sechs Konzerte nach Wahl (Normalpreis 90 Euro). (APA)

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