Desaströse Konjunkturdaten aus Japan

27. Februar 2009, 13:25
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Industrie und Bauaufträge im Jänner besonders schwach

Tokio  - Jüngste Konjunkturdaten aus Japan belegen den schweren Wachstumseinbruch der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Angesichts desaströser Zahlen warnen Experten sogar davor, dass sich Japan auf dem Weg in eine schwere Depression befinden könnte - also einer langanhaltenden Phase mit stark zurückgehender Wirtschaftsleistung und zugleich sinkenden Verbraucherpreisen. Besonders schwach fielen im Jänner die Zahlen zur Industrieproduktion und zu den Bauaufträgen aus.

Nach Regierungsangaben vom Freitag brach die Industrieproduktion zu Jahresbeginn um zehn Prozent zum Vormonat ein. Dies ist der stärkste jemals verzeichnete Rückgang. Auf Jahressicht sackte die Produktion um knapp ein Drittel ab. Noch stärker gaben die Aufträge im Baugewerbe nach. Sie gingen im Jahresvergleich um 38,3 Prozent zurück. Ein schwaches Bild vom Immobilienmarkt zeichneten auch die Neubaubeginne, die im Jänner um 18,7 Prozent zum Vorjahr einbrachen.

Zahl der Arbeitslosen geht leicht zurück

Positiv zu werten sind allenfalls neue Zahlen vom Arbeitsmarkt. So sank die Arbeitslosenquote im Jänner um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Zugleich enttäuschten aber Zahlen zum privaten Konsum massiv: Die Umsätze des Einzelhandels gingen zu Jahresbeginn um 2,7 Prozent zum Vormonat und um 2,4 Prozent zum Vorjahr zurück. Die privaten Konsumausgaben sanken im Jahresvergleich um 5,9 Prozent. Die Inflation war unterdessen weiter rückläufig und sank auf Null.

"Die Veröffentlichungen aus Japan sind desaströs und erlauben mittlerweile eine Diskussion, ob sich Japan nicht nur in einer schweren Rezession, sondern auf dem Weg in eine Depression befindet", kommentierte Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank, die Lage. Insbesondere der Einbruch der Industrieproduktion müsse nachdenklich stimmen. Aber auch die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen, den Bauaufträgen und den Neubaubeginnen seien enttäuschend ausgefallen. (APA/dpa)

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