Wird Österreich KZ-Gedenkstätte unterstützen?

27. Februar 2009, 13:19
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Polen hat die Länder Europas gebeten, den Erhalt der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu unterstützen

Wien - Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat Regierungschefs in Europa und einige weitere Länder in einem Brief um finanzielle Unterstützung für den Erhalt der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gebeten. Am Donnerstag ist der Brief Tusks in Wien angekommen, wurde aus dem Bundeskanzleramt bestätigt. Man werde mit dem Koalitionspartner und dem Außenamt Gespräche über eine eventuelle finanzielle Beteiligung Österreichs für den Erhalt der Gedenkstätte führen.

Deutschland und Tschechien haben laut Tageszeitung "Dziennik" bereits Hilfe zugesagt. Polen sei allein nicht in der Lage, für die jährlichen Instandhaltungskosten von fünf Millionen Euro aufzukommen, berichtet das Blatt Kathpress zufolge. Für das staatliche Museum ist ein 120-Millionen-Fonds geplant, der pro Jahr fünf Millionen Euro Zinsen erbringen soll. Ausländische Geldgeber steuerten 2008 laut Museumsangaben nur etwa fünf Prozent des Budgets bei.

"Verantwortung und Pflicht ganz Europas"

"Auschwitz-Birkenau zu retten bedeutet, die Erinnerung an jene Millionen zu retten, die litten und bestialisch ermordet wurden", heißt es in dem Brief Tusks, der am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. "Es ist die Verantwortung und Pflicht ganz Europas." Auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski hatte am Montag in Brüssel die EU-Staaten aufgefordert, einen Fonds für den Erhalt der Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu unterstützen.

Das Museum des KZ in Auschwitz-Birkenau teilte Anfang des Monats - wie berichtet - mit, für den Erhalt der Gedenkstätte vier Millionen Euro aus einem europäischen Programm zur Rettung von Kulturerbe erhalten zu haben. Die Summe soll zur Instandsetzung von zwei Backstein- sowie fünf Holzbaracken genutzt werden. Die Gedenkstätte hatte jüngst finanzielle Schwierigkeiten bekanntgegeben und zur Gründung des Spendenfonds aufgerufen.

Bisher verfügt das Museum nur über ein jährliches Budget von umgerechnet rund vier Millionen Euro. Die Hälfte davon bringt weitgehend die polnische Regierung auf, während der Rest aus den Einnahmen der Gedenkstätte bestritten wird. Die Museumsanlage erstreckt sich über 200 Hektar und umfasst 155 Gebäude sowie 300 Ruinen. Im vergangenen Jahr kamen rund 1,13 Millionen Besucher nach Auschwitz. Die Nazis ermordeten dort zwischen 1940 und 1945 rund 1,1 Millionen Menschen. (APA)

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    Im KZ Auschwitz-Birkenau wurden rund 1,1 Millionen Menschen ermordet.

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