Schweizerin Suter deklassiert Konkurrenz

27. Februar 2009, 12:52
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Fischbacher kam der Siegerin der ersten Abfahrt in Bansko als Zweite am nächsten - Vonn und Fanchini ex aequo Dritte - Kritik an schwieriger Piste

Bansko - Trotz ihrer zwei Trainings-Bestzeiten und einem Super-G-ähnlichen Kurs hat Andrea Fischbacher in Bansko (Bulgarien) den ersten Abfahrtssieg für die ÖSV-Damen seit fast zwei Jahren verpasst. Die Salzburgerin musste sich am Freitag zwar nur der Schweizer Siegerin Fabienne Suter geschlagen geben, das aber mit 1,15 Sek. Rückstand deutlich. Lindsey Vonn (USA) machte als Dritte einen weiteren Riesenschritt in Richtung Gewinn der Abfahrts- und Gesamtweltcup-Kugel.

Anspruchsvolle Strecke

Nicht wenige Skidamen werden keine besondere Freude damit haben, dass sie bei der Weltcup-Premiere in Bansko am Samstag ein weiteres Mal auf der für eine Damenabfahrt nicht gerade idealen Banderiza-Piste abfahren müssen. FIS-Kurssetzer Jan Tischhauser musste vor allem ab dem steilen Mittelteil viele Tore auf der 2.707 m langen Strecke unterbringen, um das Tempo nicht zu hoch werden zu lassen. Prompt waren viele am und einige sogar über dem Limit, im Ziel waren die meisten komplett ausgepumpt. Fast 6 Sekunden Rückstand reichten, um in die Punkteränge der Top-30 zu kommen.

Weil zudem unmittelbar vor dem Rennen Wolken aufzogen und die Sonne verdeckten, fanden die Damen im Ersatzrennen für St. Moritz eine eisige "Waschrumpel" vor, die vielen eine Nummer zu hoch war. Auch Anja Pärson gab auf.

"Das war keine Abfahrt"

"Das war keine Abfahrt sondern ein Super-G", sagte auch Vonn, die nun bereits 346 Punkte Vorsprung auf ihre deutsche Freundin Maria Riesch hat, die nur auf Platz 18 kam. "Hier könnte man eher sogar einen Riesentorlauf fahren", meinte Riesch sogar. Weil auch die Schweizerin Dominique Gisin ausfiel, kann Vonn trotz ihrer Daumenprobleme und der bei einem Trainingssturz erlittenen Prellungen schon am Samstag in der Bansko-Original-Abfahrt vorzeitig die Abfahrts-Gesamtwertung gewinnen.

Nichts zu motzen hatten die beiden Super-G-Spezialistinnen Suter und Fischbacher, für die dieser Kurs fast maßgeschneidert ist. Vor einem Jahr hatten die beiden in Sestriere ex aequo den Super-G gewonnen. Die 24-jährige Suter hat dank Bansko nach zwei Super-G nun erstmals auch eine Abfahrt für sich entschieden, obwohl sie in beiden Trainings hinter Fischbacher geblieben war. Nach den Siegen von Gisin in Altenmarkt und Cortina haben die Eidgenossinnen nun schon drei der bisher fünf Saisonabfahrten gewonnen.

Erster Abfahrts-Podestplatz der ÖSV-Damen in dieser Saison

Die erstmals als Favoritin gestartete Österreicherin vergab ihre Chancen im Rennen schon im oberen Streckenteil. "Es war viel härter und rippiger als im Training, da bin ich einfach nicht gut gefahren", erklärte Fischbacher. "Im ersten Moment habe ich mich schon geärgert", gestand die 23-jährige aus Eben. "Aber so nach und nach ist schon die Freude über meine beste Abfahrtsplatzierung gekommen", meinte die WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin im Super-G. Fischbacher sorgte zudem für den ersten Abfahrts-Podestplatz der ÖSV-Damen in dieser Saison und den ersten seit Renate Götschls 2. Rang am 8. März 2008 in Crans Montana.

Götschl wurde am Freitag bemerkenswerter Weise zweitbeste Österreicherin. Auch der Steirerin liegt so ein Kurs wie in Bansko eher nicht, dennoch verpasste sie mit 2,71 Sek. Rückstand als Elfte den angestrebten Top-Ten-Platz nur hauchdünn. "Ich bin hier mehr Passagier als Fahrer", ächzte die 33-Jährige und ulkte. "Aber wenigstens hatte ich nicht vier Sekunden Rückstand wie bei der WM!"  (APA)

 

 

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    Nur Fabienne Suter (Bild) war schneller als ...

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    ...Andrea Fischbacher.

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