Schritte gegen Williamson erwogen

27. Februar 2009, 12:40
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Zypries: "Auf jeden Fall muss ihm beigekommen werden"

Brüssel - Der umstrittene traditionalistische Bischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X., dessen Aussagen zum Holocaust weltweit große Empörung hervorgerufen hatten, muss nach seiner Rückkehr nach Europa mit juristischer Verfolgung rechnen. Der europäische Rahmenbeschluss gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit könnte eine Handhabe gegen den 68-jährigen britischen Geistlichen bieten, dessen Exkommunikation von Papst Benedikt XVI. aufgehoben worden ist, meinte der EU-Ratsvorsitzende und tschechische Justizminister Jiri Pospisil vor Beratungen mit seinen Amtskollegen am Freitag in Brüssel. "Persönlich halte ich das für möglich, aber darüber muss diskutiert werden", sagte Pospisil.

Entscheidend sei, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den nationalen Gesetzen unter Strafe gestellt seien, sagte Pospisil. Der Fall Williamson stehe bisher nicht auf der Tagesordnung des Ministerrates: "Wir könnten darüber in der Zukunft nachdenken." Die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries befürwortete Schritte gegen den Bischof, der die Behauptung aufgestellt hatte, dass in nazideutschen Vernichtungslagern nicht sechs Millionen Juden umgebracht worden seien, sondern maximal 300.000 und kein einziger von ihnen in Gaskammern. "Auf jeden Fall muss ihm beigekommen werden in der EU", sagte Zypries.(APA/dpa)

 

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