Kein Lehrer wird Job verlieren

27. Februar 2009, 12:30
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Faymann stellt sich in Sachen Lehrer-Arbeitszeit hinter seine Ministerin: "Notwendig, dass auch Lehrer ihren Beitrag leisten"

Rust - Bundeskanzler Werner Faymann hat am Freitag bei der Klubklausur der Wiener SPÖ in Rust betont, dass er voll hinter Bildungsministerin Claudia Schmied stehe. Er verteidigte die angedachte Maßnahme in Sachen Lehrer-Arbeitszeit. Es sei notwendig, dass jeder einen Beitrag leiste - auch die Lehrer, befand der Kanzler.

Die Regierung habe entschieden, dass das Bildungsbudget angehoben werde, "dass wir mehr Geld des Steuerzahlers einsetzen müssen", so Faymann in seiner Rede. Denn mann wolle nicht, dass Klassen wieder größer werden oder Reformmaßnahmen wieder gestoppt werden müssten.

"Dafür ist es notwendig, dass alle einen Beitrag leisten", so Faymann. Und neben den Steuerzahlern seien dies die Lehrer. Claudia Schmied habe ein sehr offenes Wort ausgesprochen, so der Kanzler. Ihre Idee sei "unterstützungswürdig". Nun solle eine "Diskussion in freundschaftlicher Art" mit den Betroffenen geführt werden.

"Mut und Zuversicht"

Auch jenen auf der "anderen Seite" - Faymann erwähnte an dieser Stelle GÖD-Chef Fritz Neugebauer - könne er nur sagen: "Bildung braucht Mut und Zuversicht." Und er betonte: "Ich würde mir wünschen, dass wir das gemeinsam ausreden können."

An einen Koalitions-Krach glaubt Faymann nicht, wie er nach seiner Rede im Gespräch mit Journalisten betonte: "Ich bin davon überzeugt, dass, auch wenn jetzt die Koalition nicht die selbe Geschlossenheit in der Darstellung gezeigt hat wie bisher, wir uns wieder alle einfinden."

Auch Kritik an der Vorgehensweise von Schmied ließ er nicht gelten. Es sei nicht möglich gewesen, alle sofort einzubinden: "In der Öffentlichkeitsarbeit gibt's folgendes Problem: Es sickert was durch, dann wird eine Ministerin gefragt und dann hat sie zwei Möglichkeiten, die Wahrheit zu sagen oder nicht die Wahrheit. Und sie hat sich für die Wahrheit entschieden."

Inzwischen betonte Schmied, dass der Solidarbeitrag der Lehrer keinen Arbeitsplatz kosten werde. "Jeder Euro, jede Ressource, jede Lehrkraft, die wir durch diese Maßnahme mehr zur Verfügung haben wird in die Verbesserung unserer Schulen investiert. Kein Euro wird eingespart. Jeder zusätzliche Euro kommt unseren Kindern zu gute", so die Bildungsministerin in einer Aussendung.

"Die um knapp zehn Prozent erhöhte Unterrichtszeit wird nicht eingespart. Sie wird in neue Projekte zum Wohle unserer Schüler investiert. Durch die gewonnenen Ressourcen können wir mehr Tagesbetreuung, mehr Kleingruppenunterricht, mehr Deutschförderkurse und viele weitere wichtige Maßnahmen realisieren. Wir bauen dadurch die Schule der Zukunft auf. All diese Projekte brauchen engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Daher wird kein Lehrer seinen Arbeitsplatz verlieren. Wir brauchen jeden einzelnen", so Schmied.

„Auch neue junge Lehrer brauchen wir: Bis 2025 geht mehr als die Hälfte aller Lehrer in Pension. Nicht ohne Grund hat die Lehrergewerkschaft selbst vor wenigen Wochen noch vor einem Lehrermangel gewarnt", so die Ministerin. (APA)

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