Die Marke mit dem Blitz

27. Februar 2009, 12:29
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Mit dem US-Konzern GM verbindet den Autobauer eine mehr als 80-jährige Geschichte

Der Opel-Aufsichtsrat berät auf einer Krisensitzung an diesem Freitag über Pläne zur Rettung des Traditionsunternehmens. Für dessen Erhalt fordern Arbeitnehmervertreter eine teilweise Herauslösung vom US-Konzern General Motors. Beide Unternehmen verbindet eine mehr als 80-jährige gemeinsame Geschichte. Eine Übersicht:

- 1863: Adam Opel zieht mit seiner Nähmaschinenwerkstatt in einen ehemaligen Kuhstall in Rüsselsheim. Später kommt die Produktion von Fahrrädern dazu.

- 1895: Opels Söhne übernehmen nach dem Tod ihres Vaters das Unternehmen und kaufen 1899 eine Autofabrik. Noch im selben Jahr wird der erste Wagen in Rüsselsheim gebaut.

- Mitte der 1920er-Jahre steigt Opel mit der Fließbandproduktion in den Massenmarkt ein. Mit einem Marktanteil von 37,5 Prozent ist Opel nach eigenen Angaben 1928 der größte deutsche Autobauer.

- 1929 übernimmt General Motors den deutschen Hersteller.

- Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten trennen sich die Wege von Opel und GM vorübergehend. Nachdem das Rüsselsheimer Stammwerk im Zweiten Weltkrieg zur Hälfte zerstört wird, nimmt Opel erst 1947 die Pkw-Produktion wieder auf. Nach der Währungsreform übernimmt General Motors erneut die Unternehmensführung.

- 1962 wird das Werk in Bochum eröffnet, es folgen weitere Werke in Kaiserslautern und nach der Wende in Eisenach.

- 1972 hat Opel noch einen Marktanteil von 20,4 Prozent in Deutschland.

- 1998 wird die neue Unternehmenszentrale in Rüsselsheim eingeweiht.

- Nach der Jahrtausendwende baut GM in Europa im Zuge einer Sanierung 12.000 Jobs ab - den Großteil davon in Deutschland.

- 2008: Durch eine verfehlte Modellpolitik und die Auswirkungen der Finanzkrise droht der Mutter GM ein Liquiditätsengpass.

- Der Marktanteil von Opel sinkt im Lauf der Jahre deutlich auf zuletzt 7,2 Prozent.

- November 2008: Opel will den Betrieb auch bei einer Pleite des Mutterkonzerns sicherstellen und fragt bei der deutschen Regierung nach staatlicher Unterstützung an.

- Dezember 2008: Die Entscheidung über eine Bundesbürgschaft für Opel wird auf 2009 verschoben.

- Februar 2009: GM kündigt an, weltweit 47.000 Stellen zu streichen - 26.000 davon außerhalb der USA. Im Rahmen des Sanierungsplans erwägt GM auch, Werke in Europa zu schließen. Die Arbeitnehmer fordern daher eine Abspaltung Opels von der Mutter, um das Unternehmen und die mehr als 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. (APA/dpa)

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