EBRD sieht 20 Milliarden Verlustrisiko

27. Februar 2009, 10:34
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Extremszenarien von Goldman Sachs oder Danske Bank sehen 26 bis 31 Milliarden Euro - Notenbank: "Unwahrscheinlich, aber auch das halten die Banken aus"

Wien - Die österreichische Bankenaufsicht hält laufende Stress-Tests weiter unter Verschluss, dafür häufen sich Albtraum-Szenarien von Ratingagenturen und Investmentbanken, was befürchtete Ausfälle österreichischer Banken durch die Osteuropa-Krise betrifft. Erstmals sickern auch Worst-Case-Szenarien durch, die die mit Ost-Expertise versehene "Osteuropabank" EBRD in internen Schätzungen malt. Demnach könnte ein Schock in Osteuropa den österreichischen Banken durch Kreditausfälle Verluste von 15 bis 20 Mrd. Euro bescheren.

Goldman Sachs hat Ende Jänner in einer Analyse im schlimmsten Szenario von bis zu 26 Mrd. Euro an Verlusten (Ausfallsrisiken) für österreichische Banken geschrieben, die Danske Bank sieht die Range für die Österreicher bei 10 bis 31 Mrd. Euro. Dem EBRD-Szenario (15 bis 20 Mrd. Euro) liegt nach Expertenmeinung die Annahme von 10 bis 30 Prozent non-performing loans zugrunde, von denen die Hälfte schlagend werden könnte.

In der Oesterreichischen Nationalbank hieß es auf Anfrage dazu nur, dass diese Szenarien unwahrscheinlich seien, aber selbst diese unwahrscheinlichen Szenarien für Österreich machbar wären. "Das halten wir aus".

Albtraum-Szenario

Im Albtraum-Szenario wären nicht nur die Eigenkapitalüberschüsse der Banken und die 15 Milliarden des Staats für Eigenkapitalhilfen zusammengeschmolzen, ebenso Gewinnerwartungen der nächsten Jahre. Dass aber gesetzliche Quoten unterschritten würden, wird in Expertenkreisen nicht befürchtet.

Das Ausfallsrisiko für Ostkredite wird steigen, allerdings wird von Bankexperten dagegengehalten, dass sich die Risiken der Österreicher auf viele Länder verteilen und somit nie die ganzen Kreditsummen verloren gehen könnten. Immerhin haben die österreichischen Banken im dritten Quartal 2008 nach Zahlen der BIZ rund 201 Mrd. Euro im Osten verborgt gehabt, knapp drei Viertel entfielen auf Länder innerhalb der EU. 50 Milliarden lagen im Osten außerhalb der EU. Zählt man noch die in Auslandsbesitz befindlichen Gruppen Bank Austria und UniCredit dazu, belief sich das Exposure im Osten auf 300 Mrd. Euro.

20 Prozent am Gesamtexposure

Ende September hielt Österreich damit 20 Prozent am Gesamtexposure ausländischer (EU-15) Banken im Osten. Samt Bank Austria und der in Südosteuropa aktiven Hypo Alpe Adria waren es 28 Prozent.

Die meisten Kredite draußen haben die Österreicher (ohne Bank Austria/Hypo) den provisorischen BIZ-Erhebungen zufolge in Tschechien mit 42,6 Mrd. Euro und Rumänien (30,5 Mrd. Euro), gefolgt von Ungarn (25,8) und der Slowakei (22,5 Mrd. Euro). In Kroatien waren es im Herbst 16,6 Mrd. Euro und in Russland 15,6 Mrd. Euro. In der Unkraine haben die heimischen Banken 10 Mrd. Euro an Krediten vergeben. (APA)

 

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