Inflation sinkt deutlich

27. Februar 2009, 10:02
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Niedrigster Stand seit drei Jahren - Treibstoff und Öl billiger

Wien  - Die Inflation ist im Jänner weiter gesunken. Nach Berechnung der Statistik Austria beträgt die Teuerungsrate 1,2 Prozent (Dezember 1,3 Prozent, November 2,3 Prozent). Ein vergleichbar niedriger Wert wurde zuletzt im Jänner 2006 beobachtet. Der Rückgang könne vorwiegend dadurch erklärt werden, dass die Preise für Treibstoffe und Heizöl deutlich niedriger waren als vor einem Jahr. Ohne diese Verbilligungen hätte die Inflationsrate 2,3 Prozent betragen. Hauptpreistreiber waren Nahrungsmittel sowie die Instandhaltung von Wohnungen.

Gegenüber Dezember ging das durchschnittliche Preisniveau um 0,5 Prozent zurück. Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) für Jänner betrug ebenfalls 1,2 Prozent (Dezember 1,5 Prozent, November 2,3 Prozent).

Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag im Jänner bei 1,7 Prozent und war damit gleich hoch wie im Dezember.

Wohnen und Essen teurer

 

Wohnungsinstandhaltung und Nahrungsmittel waren im Jänner die Haupttreiber der Inflation. Gedämpft wurde der Anstieg durch die gesunkenen Treibstoffpreise, so die Information der Statistik Austria.

Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" legte um durchschnittlich 2,1 Prozent gegenüber Jänner 2008 zu. Dafür waren in erster Linie Teuerungen bei der Instandhaltung von Wohnungen (durchschnittlich Plus 5,4 Prozent) ausschlaggebend. Dies sei hauptsächlich auf höhere Preise beim Material für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen zurückzuführen (insgesamt plus 6 Prozent). Wohnungsmieten waren durchschnittlich um 2,9 Prozent höher als vor einem Jahr.

Haushaltsenergie legte um insgesamt 1,4 Prozent zu. Die Preisanstiege für Gas (18 Prozent), Strom (5 Prozent) und Fernwärme (4 Prozent) wurden durch starke Preisrückgänge beim Heizöl (23 Prozent) größtenteils kompensiert. Diese Gruppe "Wohnung, Wasser und Energie" verursachte etwas mehr als ein Drittel der Jahresinflation.

Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich plus 2,9 Prozent) verursachte ein weiteres Drittel der Inflationsrate. Hauptverantwortlich dafür waren vor allem Preisanstiege für Nahrungsmittel (durchschnittlich 2,7 Prozent). Verglichen mit der Situation vor einem Jahr (Jänner 2008 zu Jänner 2007: plus 8,3 Prozent) erscheint diese Veränderungsrate laut Statistikern jedoch "moderat". Verstärkten Preisauftrieb gab es nach wie vor bei Nahrungsmitteln wie Fleisch und Fleischwaren mit insgesamt plus 5 Prozent, Brot und Getreideerzeugnissen mit durchschnittlich plus 4 Prozent sowie Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren mit durchschnittlich plus 8 Prozent Teuerung. Obst und Gemüse kosteten durchschnittlich um jeweils 3 Prozent mehr.

Kaffee deutlich teurer

Molkereiprodukte und Eier wurden billiger. Auch Öle und Fette waren günstiger als im Jänner 2008. Alkoholfreie Getränke waren im Jahresabstand um durchschnittlich 4,3 Prozent teurer, was vor allem auf höhere Kaffeepreise (+15 Prozent) zurückzuführen ist.

Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand war eindeutig die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich minus 4,9 Prozent). Ihre Preisrückgänge waren insgesamt so stark, dass sie die durchschnittlichen Preisanstiege der beiden Ausgabengruppen "Wohnung, Wasser und Energie" sowie "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" fast vollständig kompensierten. Nahezu ausschließlich starke Preisrückgänge bei Treibstoffen waren dafür verantwortlich (insgesamt minus 21 Prozent; Dieseltreibstoff minus 19 Prozent, Superbenzin minus 23 Prozent und Normalbenzin minus 22 Prozent). Ohne diese Verbilligungen wäre die Gesamtinflation um 0,9 Prozent-Punkte höher gewesen. Die Preise für Wartung und Reparatur von Pkw stiegen insgesamt um 4 Prozent. Flugtickets waren um 6 Prozent billiger als vor einem Jahr.

Bekleidung und Schuhe sowie Reisen günstiger

Gegenüber dem Vormonat Dezember ging das durchschnittliche Preisniveau im Jänner um 0,5 Prozent zurück. Stärkster Preistreiber im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (durchschnittlich plus 1,3 Prozent). Dämpfend wirkte sich der Preisrückgang bei Bekleidung und Schuhen sowie Reisen aus.

Ausschlaggebend für den Anstieg im Dienstleistungsbereich waren hauptsächlich Verteuerungen bei Versicherungsdienstleistungen (durchschnittlich 2,5 Prozent). Haushaltsversicherungen verteuerten sich insgesamt um 5 Prozent, private Krankenversicherungen legten um insgesamt 3 Prozent zu.

Der durchschnittliche Preisanstieg von 1,0 Prozent in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" wurde fast ausschließlich durch Teuerungen bei den Nahrungsmittel (durchschnittlich 1,0 Prozent) verursacht. Hier stiegen sowohl die Obstpreise (durchschnittlich 7 Prozent), als auch die Gemüsepreise (durchschnittlich 4 Prozent).

Der bei weitem stärkste Preisdämpfer im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich um 10,9 Prozent). Dies könne hauptsächlich auf den saisonalen Effekt des Winterschlussverkaufes zurückgeführt werden, so die Statistiker. Gegenüber Dezember wurde Bekleidung um 12 Prozent billiger. Schuhe verbilligten sich um 8 Prozent.

Freizeit und Kultur als Preisdämpfer

Die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich minus 1,5 Prozent), wurde durch die in der Nebensaison billigeren Pauschalreisen (insgesamt minus 7,2 Prozent; Flugpauschalreisen minus 8 Prozent, Städteflug minus 11 Prozent) zum Preisdämpfer.

Für die durchschnittlichen Preisrückgänge von 0,7 Prozent in der Ausgabengruppe "Verkehr" waren nahezu allein Treibstoffverbilligungen (durchschnittlich minus 2 Prozent; Diesel minus 4 Prozent, Superbenzin und Normalbenzin jeweils minus 1 Prozent) verantwortlich. (APA)

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