Fischbacher erstmals Topfavoritin

27. Februar 2009, 09:38
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Zweimal Trainingsschnellste im bulgarischen Bansko - Abschlusstraining für Doppelabfahrt von Stürzen geprägt: Vonn erlitt Prellungen

Bansko/Bulgarien - Andrea Fischbacher geht erstmals als Favoritin in ein Weltcuprennen. Die 23-jährige Salzburgerin erzielte am Donnerstag auch im zweiten und letzten Training für die Doppelabfahrt (die erste steigt heute Freitag, 11.30 Uhr) in Bansko Bestzeit vor der Schweizerin Fabienne Suter. Das Training war geprägt von mehreren Stürzen, dabei erwischte es neben der Österreicherin Elisabeth Görgl sowie Anja Pärson auch die Weltcup-Leaderin Lindsey Vonn (USA).

Die Organisatoren haben auf der Banderitza-Piste in Bansko einen ab dem Mittelteil stark drehenden Kurs gesetzt, der fast schon an einen Super-G erinnert. Fischbacher hat auch ihren bisher einzigen Weltcupsieg im Super-G von Sestriere gefeiert und kam in beiden Trainings mit der Piste hervorragend zurecht. Womöglich wird Fischbachers Kampf um den Sieg ein weiteres enges Duell mit Suter. Zeitgleich mit der Schweizerin hatte sie vor einem Jahr in Sestriere gewonnen, vergangenen Dezember war Fischbacher ex aequo mit Suter Zweite im Super-G von Lake Louise geworden.

Als Favoritin wollte sich die 23-Jährige aus Eben aber nicht bezeichnen. "Was stimmt, ist, dass ich seit längerem wirklich in guter Form bin. Hoffentlich kann ich es auch ins Rennen umsetzen", sagte die Pongauerin, die zuletzt bei der WM in Val d'sere Bronze im Super-G gewonnen hatte. Ein Sieg wäre eine Erlösung für die ÖSV-Damen, die nun schon seit fast zwei Jahren (Renate Götschl am 14.3. 2007 in Lenzerheide) auf einen Abfahrtserfolg warten und in dieser Saison noch keinen Abfahrts-Podestplatz geschafft haben.

Im südlich von der bulgarischen Hauptstadt Sofia auf einem Hochplateau liegenden Bansko finden diese Woche erstmals seit dem Beginn der 1980er-Jahre (Borowez) alpine Ski-Weltcuprennen in Bulgarien statt. Am Freitag die Ersatzabfahrt für St. Moritz, am Samstag die Originalabfahrt und am Sonntag ein Super-G. Vonn könnte bei 299 Punkten Vorsprung auf ihre deutsche Freundin Maria Riesch (die DSV-Damen hatten unlängst dank Riesch, Kathrin Hölzl und Gina Stechert inklusive WM vier Rennen in Folge gewonnen) mit ähnlichen Erfolgen wie zuletzt in Tarvis den neuerlichen Gewinn der großen Kristallkugel fast schon sicherstellen. Danach stehen nur noch zwei Technik-Rennen in Ofterschwang sowie das Finale in Aare auf dem Programm.

Zumindest wenn sie sich nicht neuerlich verletzt. Denn nach dem WM-Champagner-Malheur fährt Vonn mit einer Schiene am operierten Daumen, am Donnerstag kam sie in Bansko auch noch heftig zu Sturz und erlitt dabei Prellungen am Rücken und am Gesäß. Vonn humpelte zudem leicht. Offiziell gab es vom US-Skiteam aber Entwarnung. Görgl fädelte nach der zweiten Zwischenzeit bei einem Tor ein, die Steirerin blieb aber unversehrt.

Zweitbeste Österreicherin im Abschlusstraining war Renate Götschl, die mit 2,27 Sekunden Platz zehn belegte. Die kriselnde Speed-Queen hat trotz der vielen Kurven in Bulgarien Top-Ten-Platzierungen zum Ziel erklärt. "Damit wäre ich zufrieden", sagte die 33-jährige Siegerin von 46 Weltcuprennen und 24 Abfahrten. Nicht am Start in Bulgarien ist Anna Fenninger. Die Salzburgerin hatte bei der WM in Frankreich Platz vier im Super-G belegt, konzentriert sich aber auf die Junioren-WM in Garmisch. (APA)

 

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    Andrea Fischbacher bolzt in Bansko.

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