Keine "Extrawürste" für Sportler

27. Februar 2009, 11:37
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AMA-Marketing publiziert neue Erkenntnisse über Ernährung von Freizeitsportlern - Ausgewogene Mischkost besser als Nahrungsergänzungsmittel

Wien - Leistungsoptimierung im Breitensport ist durch richtige Ernährung möglich. Vitamin-Supplemente und Mineralstoff-Präparate hingegen können sich sogar schädlich auf die Gesundheit auswirken. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Tagung, welche die AMA Marketing heute in Wien veranstaltet und die sich explizit mit Ernährungsfragen für Sportler befasst. Eine weitere Tagung dieser Art findet Anfang März in Salzburg statt. Die Erkenntnisse zu diesem Thema sind in der Broschüre "Training à la carte - Leistungsoptimierung mit Messer und Gabel" zusammengefasst, die unter www.ama-marketing.at (Pressebereich) kostenfrei abgerufen werden kann. Breitensportler greifen gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln

Mehr Schaden als Nutzen

Die Teilnehmerzahlen am Wien-Marathon zeigen, wie ehrgeizig viele Läufer ihre sportlichen Ziele verfolgen. Es verwundert nicht, dass laut aktuellem Österreichischem Ernährungsbericht ein Drittel aller Breitensportler zu Vitamin-Supplementen und ein Viertel zu Mineralstoff-Präparaten greift. Diese sind jedoch laut Experten nicht nur überflüssig, sondern können sich auch nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Ein durchdacht zusammengesetzter Speisealltag enthält alles, was der Sportler für optimale Leistungen braucht - ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Supplemente können mehr schaden als nutzen.

Die Bezeichnung "Nahrungsergänzung" macht den Stellenwert dieser Mittel deutlich. Auf keinen Fall können sie eine vielseitige Ernährung ersetzen. Grundsätzlich gilt: Eine abwechslungsreiche Mischkost liefert ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe - auch für Sporttreibende. Bei manchen Stoffen kann eine den Bedarf übersteigende Einnahme sogar negative Folgen haben. Der Internist, Sport- und Ernährungsmediziner Kurt Moosburger rät daher von Nahrungsergänzungsmitteln generell ab: "Isolierte Vitamin- und Mineralstoffgaben sind nicht zu verharmlosen. Sie können die Resorption anderer Nährstoffe beeinträchtigen beziehungsweise kontraproduktive Wechselwirkungen verursachen." So wirke zum Beispiel langfristiger Eisenüberschuss im Körper pro-oxidativ. Isolierte Gaben von ß-Carotin ließen bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs ansteigen. Ein Zuviel an Magnesium verursache zum Teil heftige Durchfälle, warnt er. Für die meisten vermeintlichen Leistungsförderer gilt: Wenn sie wirken, sind sie wahrscheinlich verboten, wenn sie erlaubt sind, sind sie vermutlich unwirksam.

Leistungsoptimierung mit Messer und Gabel

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Ernährungswissenschafter Christian Putscher: "Eine Nährstoff-Unterversorgung kann mit Leistungseinbußen einhergehen, jedoch sind zum Ausgleich keinesfalls Nährstoffpräparate notwendig. Die durchdachte Mischkost reicht aus, um die Nährstoffbalance wieder ins Lot zu bringen." Wer täglich bei den Top Ten Sportler-Lebensmitteln (Getreide, Erdäpfel, Obst und Gemüse, Milch, Fleisch, Fisch, Eier, Erbsen/Bohnen, Nüsse und Kerne sowie Getränke) zugreift, erspart sich nicht nur Supplemente, sondern schafft damit die Grundlage für körperliche Fitness und braucht keine Mängel zu fürchten. Ein Beispiel dafür ist die Zufuhr von Magnesium über Lebensmittel wie etwa Bohnen, Reis oder Roggenvollkornbrot.

Praxistauglicher Leitfaden für Freizeitsportler

Für Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing, war die Tatsache fehlender seriöser Informationsmodule Grund genug, sich dem Thema Sportler-Ernährung zu widmen. Die Fachtagungen in Wien und Salzburg (02.03.) sowie eine Informationsbroschüre für Freizeitsportler, die als praxistauglicher Leitfaden durch den bewegten Essalltag dient, sollen diese Lücke schließen. "Das beste Training ist nur die Hälfte wert, wenn die geeignete Nahrung für den Erfolg ausbleibt. Abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind dafür die Basis", so Mikinovic. (red)

  • Zum Ausgleich eines Nährstoffdefizits braucht es keine "Extrawürste". Es genügt eine ausgewogene Mischkost.
    foto: standard/matthias cremer

    Zum Ausgleich eines Nährstoffdefizits braucht es keine "Extrawürste". Es genügt eine ausgewogene Mischkost.

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