"Der intime Blick" - Toulouse-Lautrec in Linz

26. Februar 2009, 20:02
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Großausstellung mit 70 Werke des französischen Künstlers bis Juni in der Landesgalerie

Linz - Ein Highlight des Kulturhauptstadtjahres wird am Freitag in der Landesgalerie Linz eröffnet: Unter dem Titel "Der intime Blick" sind bis 7. Juni 70 Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec zu sehen. Der Direktor der OÖ. Landesmuseen, Peter Assmann, präsentierte am Donnerstag in einer Pressekonferenz Details - gemeinsam mit Landeshauptmann Josef Pühringer, Linz09-Intendant Martin Heller sowie der Direktorin des Toulouse-Lautrec-Museums in Albi, Daniele Devynck.

Die Ausstellung soll einen Überblick über das Gesamtwerk geben, das Schwergewicht liegt aber auf seiner Malerei und nicht auf der Lithographie. Die Räume sind in kräftigen Farben, aber sehr dunkel gehalten. Exakt gesetzte Schlaglichter heben die Bilder hervor. So entsteht eine Stimmung, die sich an das "Atelier" von Toulouse-Lautrec anlehnt - die verruchten Lokale, wo der Künstler seine Lieblingsmodelle fand.

Im ersten Saal gewinnt der Betrachter einen Eindruck über das Schaffen des Teenagers Toulouse-Lautrec. Es folgen Familien-Porträts und schließlich die bekannten Motive des Künstlers aus dem Pariser Nachtleben des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts. In einem eigenen Saal folgen die unverwechselbaren Plakate, die Toulouse-Lautrec zwischen 1891 und 1900 schuf und die ihn zum Vorreiter der Plakatkunst des 20. Jahrhunderts machen.

Kooperation mit Albi

Die Planung der Ausstellung erfolgte gemeinsam mit dem Musee Toulouse-Lautrec in Albi. Die Eltern des adeligen Künstlers wollten seinen Nachlass in einem Museum unterbringen. Da seine Arbeiten für die Pariser Galerien damals noch zu provokant waren, vermachten sie die Bilder seiner Geburtsstadt Albi mit der Bitte, ein Museum dafür zu schaffen. Heute beherbergt das Haus die größte Toulouse-Lautrec Sammlung der Welt.

Ein weiteres Ergebnis der Kooperation zwischen dem Musee Toulouse-Lautrec und den Landesmuseen ist eine für 2013 geplante Kubin-Ausstellung in Albi. Alfred Kubin, dessen Tod sich heuer zum 50. Mal jährt, ist in der Landesgalerie zeitgleich eine Ausstellung gewidmet, die sich mit dem Frauenbild des Künstlers befasst.

Pühringer sprach von einem "absoluten Höhepunkt" des Kulturhauptstadtjahres. "Eine Ausstellung mit Besonderem" sei kulturpolitisch wichtig, denn sie locke auch jene ins Museum, "die sich mit Kunst eher schwertun". "Eine derartige Dichte an hochkarätigen Ausstellungen hat es in Linz noch nie gegeben", war auch Linz09-Intendant Martin Heller stolz. Für Assmann bedeutet die Schau eine große Herausforderung: "Vom Finanziellen her ist es unsere bisher größte Ausstellung", ebenso von den Sicherheitsvorkehrungen. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Yvette Guilbert", eine Keramik-Arbeit von 1895

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