Macht

26. Februar 2009, 18:40
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In Schröcksnadels Welt gilt Schröcksnadels Wort. Ein Detektiv hat Jungwirth ausspioniert - Futter einer Medien-Kampagne

Peter Schröcksnadel ist ein mächtiger Mann. Er besitzt Berge, in deren Skigebieten er Weltcup-Skirennen begrüßen kann. Sein Imperium umfasst Wetterkameras, Pistenmarkierungskugeln, Panoramakarten und Betten-Info-Dienste. Mächtige wie Raiffeisens Generalanwalt, Landesjägermeister und Medienmogul Christian Konrad (Kurier, News, profil, trend) sind ihm durchaus geneigt.

Schröcksnadel führt den Skiverband, für den er Verträge mit einem Tiefkühlkostkoch, dem ORF und der Kronen Zeitung abschloss. In Schröcksnadels Welt gilt Schröcksnadels Wort. Wenn er sagt, die vom ÖOC gesperrten ÖSV-Betreuer müssen für die Spiele in Vancouver 2010 pardoniert werden, dann widerspricht keiner. Auch wenn über den ÖSV-Trainer Markus Gandler im IOC-Bericht vom 23. Mai 2007 berichtet wird, er wohne im olympischen Teamquartier in einem Zimmer voller Doping-Gerätschaften.

Seit ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth zurücktrat, ist ÖOC-Präsident Leo Wallner äußerst vorsichtig. Ein Detektiv hat Jungwirth ausspioniert, die von ihm erzeugten Bilder und Berichte bildeten das Futter einer Kampagne in Raiffeisen-Medien und ÖSV-Partner-Zeitungen. Der Mediokratie gemäß werden nach der Vorverurteilung die Vorwürfe gegen Jungwirth und das ÖOC geklärt. Sportminister Norbert Darabos nahm seine politische Verantwortung ernst und äußerte, in die Montur Österreichs, den ÖSV-Anorak, geworfen, Misstrauen gegen das ÖOC. Und falls sich die Verdächtigungen als falsch erweisen? Eine Kampagne geht sich immer aus. (Johann Skocek, DER STANDARD, Printausagabe, Freitag, 27.02.2009)

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