AUA im Ausland auf Kundenfang

26. Februar 2009, 19:40
18 Postings

Die AUA versucht auf Fremdmärkten außerhalb Österreichs mittels aggressiver Kampfpreise der Konkurrenz Passagiere wegzunehmen

Wien - Die Konkurrenz wertet das Vorgehen "als letzten Verzweiflungsakt, um nur irgendwie Cash hereinzubekommen". Die AUA sieht das offenbar ähnlich und betont, "es geht darum leere Sitze zu füllen", sagte ein Unternehmenssprecher zum STANDARD.

So verlangt die AUA derzeit für den Flug Wien-Damaskus-Wien 562 Euro (inklusive 120 Euro Treibstoffzuschlag). Für den Flug Budapest-Wien-Damaskus-Wien-Budapest aber lediglich 260 Euro, also weniger als die Hälfte. Um den Verkaufspreis zu rechtfertigen, wurde auch der Treibstoffzuschlag mit 56 Euro ebenfalls mehr als halbiert.

Auch Österreicher können von dem billigen Ticket profitieren: Wenn jemand nur mit Handgepäck fliegt, steigt er beim Retourflug in Wien aus und wechselt nicht in die Maschine nach Budapest. Wer mit Gepäck reist, kauft sich vorab ein billiges Bahnticket, mit dem er nach Budapest und zurück fährt.

Preisaggressiv

Ähnlich preisaggressiv geht die AUA auf der Route Budapest-Wien-Dubai und retour vor. Die AUA fliegt mit dem Langstreckenflieger Boeing 767 nach Dubai, der durch die Streichung von Mumbai überzählig ist. Airliner geben Reisenden den Rat, die Destination ihrer Wahl (auch Peking oder Bangkok) nicht ab Wien, sondern ab einem nahen Ost-Hub, der von der AUA angeflogen wird, zu prüfen.

AUA-Vorstand Andreas Bierwirth hat jüngst beim Status-Bericht vor den Mitarbeitern angekündigt, Verkehr der logischerweise nicht über Wien geht, mit Preisaktionen nach Wien zu lotsen. Explizit nannte er Düsseldorf-Wien-Barcelona und retour. Derzeit bei derAUAum 169 Euro zu haben, ab nächster Woche um 149 Euro. Ein aktueller Preisvergleich bei auf Plattform checkfelix.com zeigt allerdings, dass die AUA selbst mit diesem Angebot weit abgeschlagen liegt, denn der billigste Preis für Anfang März auf der Route beträgt derzeit 99 Euro - von der Lufthansa. Ab Wien wären diese Preisaktionen schwer möglich, betonen Airliner, weil dann würde ihnen die Konkurrenz mit Dumpingpreisen den Heimmarkt zur Gänze kaputtmachen. "Den Heimmarkt hebt man sich bis zum Schluss auf", sagen Airliner.

Im Parlament wurde am Donnerstag mit den Regierungsstimmen die 500 Mio. Euro schwere Mitgift beim AUA-Verkauf an die Lufthansa beschlossen. Diese kann den Deal nun bei der EU anmelden.(Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auch Österreicher können von dem billigen Ticket profitieren

Share if you care.