"Position zur Arbeitszeit neu betrachten"

26. Februar 2009, 17:40
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Erich Foglar überdenkt die Forderung nach vollem Lohnausgleich bei Arbeitszeitverkürzung

STANDARD: Ist Kurzarbeit die Alternative zur ÖGB-Forderung nach Arbeitszeitverkürzung?

Foglar: Die Kurzarbeit ist eine Form der Arbeitszeitverkürzung. Es gibt auch noch andere. Zum Beispiel das Modell der Solidaritätsprämie. Wir überlegen, wie wir das Konzept adaptieren können. Derzeit reduzieren dabei vier Personen die Arbeitszeit um 20 Prozent. Einer, der jetzt arbeitslos sein muss, erhält einen Arbeitsplatz, und das AMS leistet einen Beitrag zur Deckung der Einkommenslücke. Wir sind dabei, zu prüfen, ob mit einer Adaption Arbeitslosigkeit verhindert werden kann.

STANDARD: Wie soll die aussehen?

Foglar: Indem kein zusätzlicher Arbeitsloser aufgenommen werden muss, sondern die Belegschaft im Betrieb gehalten wird.

STANDARD: Rücken Sie damit nicht von der ÖGB-Position - voller Lohnausgleich - ab?

Foglar: Das ist sicherlich ein Thema. Eine Position, die zu einer Zeit mit ganz anderen Rahmenbedingungen aufgestellt wurde, muss man in einer anderen Situation neu betrachten. Ich will mich aber jetzt noch nicht festlegen.  (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2009)

Zur Person

Erich Foglar ist ÖGB-Präsident und war zuvor Chef der Metaller.

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