"Österreich" hat einen neuen Gesellschafter aus der Schweiz

26. Februar 2009, 18:27
17 Postings

Verwaltungsrat der Zürcher Novomatic beteiligte sich - Mit Grafik

Wer in den 2000er-Jahren eine Tageszeitung in einem dicht besetzten Markt wie Österreich startet, zudem überwiegend finanziert mit Krediten, der spielt mit hohem Risiko. Wolfgang Fellner hat dafür nun einen Experten an Bord.

An einer der Muttergesellschaften von "Österreich" beteiligte sich soeben Kurt Miersch. Der Mann ist Verwaltungsrat der Schweizer Glücksspielgesellschaft ACE Casinos AG, einer Schwesterfirma der österreichischen Novomatic.

Laut Firmenbuch hält Miersch seit Ende Jänner 11,79 Prozent an der Media Invest "Österreich" GmbH. Der wiederum gehören knapp 33 Prozent an der Mediengruppe Österreich GmbH, der Holding für diverse Betriebsfirmen der Tageszeitung von Redaktion und Anzeigen über Marketing bis Vertrieb.

"Nichts damit zu tun"

Die bei ACE deponierte Bitte um Rückruf Mierschs blieb bis Redaktionsschluss ohne Ergebnis. Wolfgang Fellner, Gründer, Herausgeber und Macher von "Österreich", war nach Auskunft seiner Assistentin am Donnerstagnachmittag nicht zu erreichen. Auch Anfragen an das Management von "Österreich" blieben ohne Ergebnis.

Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann sagte dem STANDARD: "Novomatic hat nichts damit zu tun, etwaige Beteiligungen von Herrn Miersch sind dessen Privatangelegenheit."

Wolfgang Fellner gründete mit Bruder Helmuth 1992 die Verlagsgruppe News; die Familie hält dort noch 18,7 Prozent. Fellner startete "Österreich" im September 2006 als Mischform von Kauf- und Gratiszeitung mit täglichem Magazinteil. Inzwischen setzt Fellner verstärkt auf wöchentliche Magazinbeilagen wie "Madonna" und "TV Austria". Die Media-Analyse wies Österreich 9,8 Prozent Reichweite aus.

Langfristige Kredite eines Bankenkonsortiums unter Führung der Bank Austria mit Raiffeisen an Bord finanzierten das Zeitungsprojekt. Bald nach dem Start übernahm die nach Vater Fritz Fellner benannte Familienstiftung die Mehrheit von Wolfgang Fellners Privatstiftung. Regelmäßig kursieren Infos über die Suche nach Investoren, die Fellner dementiert. (Renate Graber/Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2009)

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.