Japanische Sensation, österreichische Frustration

26. Februar 2009, 16:16
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Kombinierer auch im Team von Medaillen weit entfernt - Japan vor Deutschland und Norwegen

Liberec - "Er hat gekämpft wie ein Löwe, wir haben geschrien wie die Bösen. Aber leider ist der Mann mit dem Hammer gekommen." Also sprach Alexander Diess, der Cheftrainer der ÖSV-Kombinierer, nach dem WM-Teambewerb am Donnerstag über Willi Denifl, den zweiten Österreicher in der Loipe. Der Mann mit dem Hammer ist natürlich imaginär, getroffen hat er Denifl trotzdem, der ging ein, und die Medaillenchance war dahin. Sie war ohnedies klein genug gewesen. Die Österreicher blieben als Fünfte auch im dritten Bewerb ohne Edelmetall, die letzte Möglichkeit gibt's am Samstag im Einzelbewerb (Großschanze).

Allerdings sind auch da ganz andere zu favorisieren. Die Norweger, die Deutschen - und, jawohl, auch die Japaner. Sie feierten am Donnerstag einen sensationellen Erfolg, setzten sich im Zielsprint vor den Deutschen und den Norwegern durch, obwohl deren Schlussläufer Magnus Moan hieß. Die Österreicher (Gruber, Denifl, Bieler, Stecher) waren nach dem Springen hinter Frankreich auf Rang zwei gelegen, freilich nur mit geringem Vorsprung auf die weiteren Verfolger.

Einzig die US-Amerikaner mit Doppelweltmeister Todd Lodwick waren noch unglücklicher als das ÖSV-Team, sie hatten sich mit einem seltenen Lapsus aller Chancen beraubt. Bill Demong fand vor dem Springen seine Startnummer nicht, er wurde disqualifiziert, drei US-Amerikaner hatten keine Chance, auf den Langlauf wurde verzichtet. Zu spät fand Demong die Startnummer, er hatte sie oben in seinen Anzug gesteckt, sie war nach unten zu den Schuhen gerutscht. "Ich bin ein Idiot", schrie er, niemand widersprach. (red, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 27.02.2009)

Ergebnisse der 47. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Liberec vom Donnerstag:

Nordische Kombination - Teambewerb (ein Sprung von der Großschanze, 4 x 5 km Langlauf): 1. Japan (Yusuke Minato, Taihei Kato, Akito Watabe, Norihito Kobayashi) 48:32,3 Minuten - 2. Deutschland (Ronny Ackermann, Eric Frenzel, Björn Kircheisen, Tino Edelmann) zeitgleich - 3. Norwegen (Mikko Kokslien, Petter Tande, Jan Schmid, Magnus Moan) +3,6 Sekunden zurück - 4. Frankreich 17,1 - 5. Österreich (Bernhard Gruber, Wilhelm Denifl, Christoph Bieler und Mario Stecher) 1:05,0 Min. - 6. Tschechien 2:56,6 - 7. Italien 4:04,5 - 8. Finnland 4:59,1 - 9. Estland 5:19,2 - 10. Russland 5:59,9. Nicht zum Langlauf angetreten: USA und Schweiz

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    Japans Schlussläufer Norihito Kobayashi fixiert den Überraschungssieg seines Teams.

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