Laska: Hahns Retro­vor­stellungen "megaout"

27. Februar 2009, 15:13
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Hahn will Schaffung von Bildungszentren für "Null- bis Achtzehnjährige"

Rust - Die Wiener SPÖ setzt bei Schulstandorten künftig auf ein Campus-Modell: Dabei sollen sich Kindergarten und Volksschule an einem gemeinsamen Standort finden. Bereits im Herbst startet in Monte Laa ein erstes Projekt bestehend aus einem Kindergarten mit zehn Gruppen und einer Volksschule mit 16 Klassen, wie Bildungsstadträtin Grete Laska bei der Klubklausur ihrer Landespartei im burgenländischen Rust ankündigte.

Am einstigen Nordbahnhof-Gelände soll überdies ein Zentrum aus einer 17-klassigen Volksschule und einem elfgruppigen Kindergarten entstehen. Auch das Stadtentwicklungsgebiet am Flugfeld Aspern solle Standort für "das modernste Schulmodell Österreichs" werden. Überhaupt werde jede neue Schule in Wien hinkünftig als Campusmodell entstehen, so Laska. Eine Umrüstung bestehender Standorte sei zwar möglich, ein konkreter Zeitplan lasse sich derzeit aber nicht nennen.

Ganztagsbetreuung

An den Standorten werde eine Betreuung ab 6.00 Uhr und bis 18.00 Uhr möglich sein. Architektonisch soll es einen gemeinsamen Eingangsbereich und Empfang geben, gemeinsame Sportflächen und Essensräume. "Hier lernen die Kleinen von den Großen", betonte Laska. Es würden Schwerpunktpädagogen im musischen und Sportbereich eingesetzt. Im freizeitpädagogischen Bereich sollen neben Hortpädagogen auch Teilnehmer eines eigenen Lehrganges an der Pädagogischen Hochschule beschäftigt werden.

Das "Campus-Modell Wien" solle die Zukunft für die Schulen aller Zweige werden, forderte die SPÖ-Landespolitikerin die Ausweitung auf jene Schultypen, für die der Bund verantwortlich zeichnet. In Wien regele man das, was auf Landesebene zu regeln sei, und dies sei nunmal nur der Pflichtschulbereich.

Dabei unterscheide sich das SPÖ-Campus-Modell von den Vorschlägen des Wiener ÖVP-Obmanns und Wissenschaftsministers Johannes Hahn fundamental, der am gestrigen Donnerstag seine eigene Forderung nach einem Campus-Modell erneuert hatte. "Der Herr Hahn hinkt ganz enorm hinten nach", beschied Laska. Hahns Vorstellungen seien reinstes "Retro": "Und in der Bildungspolitik ist Retro - um in den Worten der Kinder zu bleiben - megaout, überhaupt nicht cool." (APA)

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