Miele Österreich lässt sich nicht bremsen

26. Februar 2009, 14:45
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Der Hausgerätehersteller Miele erwartet in Österreich ein vierprozentiges Wachstum und wünscht sich ebenfalls eine Verschrottungsprämie

Wien - Miele-Österreich-Chef Josef Vanicek räumt ein, dass steigende Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Verunsicherung den Konsum "sicherlich nicht beleben" werden. "Die Konsumelektronik wird heuer ein schwieriges Jahr haben", prognostizierte Vanicek heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Miele Geschirrspülers.

Aufhorchen ließen Vanicek und Markus Miele, Urenkel von Firmengründer Carl Miele, mit der Forderung nach einer Verschrottungsprämie für alte Geräte von 100 bis 150 Euro. "Was für alte Autos gut ist, sollte auch für unsere Branche Gültigkeit haben", meinten die beiden. In vielen anderen Ländern würde der Staat den Austausch nicht energieeffizienter Geräte fördern.

Zuversichtlich

Bei Miele ist man zuversichtlich, vergleichsweise gut durch die Krise zu kommen - auch wenn viele Miele-Handelspartner fremdfinanziert sind und einige von ihnen laut Vanicek ohne "funktionierenden Mittelfluss" nicht überleben können. Trotz allem werde die Industrie weiterhin Geräte auf den Markt bringen und die Konsumenten würden künftig auch nicht zum Wäschewaschen in den Fluss zurückkehren, zeigte sich Vanicek optimistisch. Die Entwicklung des Marktes für Elektrogroßgeräte sieht Vanicek verhalten optimistisch: "Wir bewegen uns im Wesentlichen in Ersatzbeschaffungsmärkten, die auf konjunkturelle Schwankungen weniger drastisch reagieren."

2008 ist Miele nach eigenen Angaben stärker als der Hausgerätemarkt gewachsen und hat seine Marktführerschaft in Österreich ausgebaut. Konkret hat Miele Österreich im Vorjahr einen Umsatz von 163 Mio. Euro erwirtschaftet, um 5 Prozent mehr als 2007. "Damit wurde ein neuer Umsatzrekord erzielt", so Vanicek. 2007 hat die Miele Gesellschaft m.b.H. laut Geschäftsbericht einen Gewinn (vor Rücklagen und Gewinnvortrag) von rund 1,7 Mio. Euro erzielt - nach rund 2 Mio. Euro im Jahr davor. Für 2008 liegen noch keine Zahlen vor. Der Gewinn sei aber "auskömmlich" gewesen, sagte Vanicek.

Konstante Entwicklung

Die vier Unternehmensbereiche Hausgeräte, Gewerbegeräte, Kundendienst und das Werk in Bürmoos (Salzburg) haben sich im vergangenen Jahr konstant entwickelt. Am stärksten ist mit 5,5 Prozent der Bereich Hausgeräte gewachsen. Gewerbegeräte und Kundendienst wuchsen um je 4 Prozent, das Werk in Bürmoos um 1 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte 2009 will Miele weiter in das Werk investieren - wie viel wollten Vanicek und Markus Miele nicht verraten. Auch die Miele-Galerie in Wien soll heuer erweitert werden und die Messlatte des Ausstellungsraumes in Salzburg erreichen.

Derzeit beschäftigt Miele in Österreich rund 600 Mitarbeiter - rund ein Drittel davon arbeiten im Werk in Bürmoos. Auch 2009 soll diese Mitarbeiterzahl stabil bleiben, Kündigungen oder Kurzarbeit seien kein Thema. (APA)

 

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