Deutsche Anti-Gebühren-Kampagne fordert "Qualität statt Pampe"

26. Februar 2009, 15:47
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GEZ-Kritiker orten "erschreckende Ideenarmut" bei ARD und ZDF - mit Videos

"Natürlich zahl ich" wirbt die deutsche Gebühreneinzugs­zentrale (GEZ) für die Rundfunkgebühren. Das satirische TV-Magazin Fernsehkritik-TV antwortet nun mit der Gegenkampagne "Dafür zahl' ich nicht!". In Kinos läuft ein 18-sekündiger Spot, auch eine eigene Internetseite - dafuer-zahl-ich-nicht.de - wurde online gestellt. Fernsehkritik-TV will die Gebührenzahler dazu bringen, mehr Druck auf die öffentlich-rechtlichen Sender auszuüben.

"Die ARD startet im April die fünfte Daily Soap in ihrem Programm, das ZDF nimmt im Informationsbereich immer boulevardeskere Züge an. Dafür zahlen wir nicht unsere Gebühren", sagt Holger Kreymeier, Produzent von Fernsehkritik-TV.

Die GEZ-Kritiker orten bei ARD und ZDF "erschreckende Ideenarmut", neue Sendungen seien "zumeist Ableger von abgestandenen privaten Ideen", heißt es auf der Homepage. Sie betonen, für das öffentlich-rechtliche Fernsehen kämpfen zu wollen. "Früher war die Samstagabendunterhaltung geprägt von kreativen Ideen und Köpfen wie Rudi Carrell und Kulenkampff, heute gibt es Schunkelshows mit Silbereisen & Co. sowie unkreative Frage-Shows, vorgelesen von Jörg Pilawa."

Forderungen der Kampagne

"Die Öffentlich-Rechtlichen müssen absolut werbefrei werden, und es darf keine Quotenmessungen für ARD und ZDF mehr geben", sagt Kreymeier. Zum Bildungsauftrag gehöre es, "ein Programm unabhängig von Kommerz und Quote zu machen. Das ist der Sinn von Fernsehgebühren."

In den Kinospots wird die TV-Kampagne der GEZ parodiert: "Wenn ich in ein Restaurant gehe und für das Essen bezahle, erwarte ich natürlich auch ordentliche Qualität und nicht irgendsone Pampe. Zu Hause habe ich Fernsehen und Radio und dafür zahl ich auch, ich muss ja. Sonst kommen die Schnüffler von der GEZ. Aber doofes Fernsehen krieg ich woanders kostenlos." Das öffentlich-rechtliche Gegenstück dazu: "Wenn ich morgens Brötchen hole, dann bezahl ich die auch. Ich kann ja nicht erwarten, dass die anderen für mich mitzahlen. Oder beim Essen gehen. Da hau ich doch nicht ab ohne zu zahlen. Wäre doch auch peinlich. Zu Hause habe ich Fernsehen und Radio und dafür zahl ich auch, und zwar meine Rundfunkgebühren. Weil ich unabhängige Medien brauche, weil ich Vielfalt brauche. Weil das jeder braucht!" (sb)

Links
Pro (natuerlich-zahl-ich.de) und Kontra (dafuer-zahl-ich-nicht.de) Gebührenpflicht

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