Constantia vor Friedensschluss

26. Februar 2009, 21:04
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Nach monatelangem Streit zwischen Constantia Privatbank, Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac und der Immofinanz-Gruppe zeichnet sich eine Einigung ab

Wien - In der Affäre rund um ein 512-Millionen-Darlehen der Immoeast an eine Gesellschaft der Constantia Privatbank ("Ibag-Anleihe" ) steht nun offenbar die Einigung unmittelbar bevor. Die Immoeast-Gruppe soll von der niederländischen Constantia Packaging B.V. (ist Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac zuzurechnen) Vermögenswerte von rund 350 Mio. Euro bekommen (der Standard hat berichtet). Im Gegenzug, das berichtet nun Format, soll die Constantia Privatbank das Management der Immogesellschaften um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag an die Immofinanz-Gruppe abgeben.

Die nicht finalisierte Vereinbarung soll so aussehen: Immoeast erhält 170 Mio. Cash von Castelbajacs B.V. Die Banken schießen der Constantia Packaging B.V. das Geld dafür vor, die Finanzierung steht aber noch nicht. Während manche Banken davon ausgehen, dass dieFinanzierung aus dem Verkaufserlös von 30 Prozent des Verpackungskonzerns Constantia Packaging AG abgedeckt werden soll, meinen andere, dass die Verpfändung der Anteile reichen könnte. Zudem kann die B.V. noch mit einer Ausschüttung der Constantia Packaging AG rechnen.

Der Immoeast werden im Übrigen 36,3 Mio eigene Aktien (sind im Rahmen der Aktieneinkäufe bei der B.V. gelandet) übertragen, derzeit beträgt ihr Wert 27 Mio. Euro. Immoeast soll auch eine Beteiligung am Laborunternehmen Futurelab bekommen (Wert: 50 bis 60 Mio. Euro). In der B.V. geparkt ist nämlich auch die Forderung gegen Michael Havel, dem Haupteigner und Chef des Medizinlabors. Havels Privatstiftung Duff hat von der Privatbank 2007 einen "Kredit" von 60 Mio. Euro bekommen. Zudem bekommt Immoeast Gesellschaften für rund 40 Mio. Euro, in denen Immobilien stecken, die Ex-Banker und Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics als steuersparende Bauherrenmodelle aufgelegt hat. Für die Differenz auf 512 Mio. (220 Mio. Euro) bekommen die Immogesellschaften die Managementverträge der Bank um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Ende März

Die Fries-Gruppe, die auf zehn Prozent der börsennotierten Constantia Packaging AG (gehört zu 90 Prozent der B.V., 13 Prozent der Aktien sind an Bank Austria und Oberbank für einen 110-Mio.-Euro-Kredit verpfändet) ihre Hand hat, soll 20 Prozent am Verpackungskonzern haben wollen; dafür verzichtet Investor Rudolf Fries auf seine Put-Option.
Laut diesen Plänen würde dieGruppe Fries ihre 56 Millionen Immofinanz-Aktien behalten, deren innerer Wert mit 170 Mio. beziffert wird (derzeit sind sie nur 40 Millionen wert). Sein Paket taxiert Investor Rudolf Fries auf 160 Mio. Euro. Ende März soll der Vergleich über die Bühne sein.

Die Constantia Privatbank lässt unterdessen ihren Plänen, sich vom Immobilienbereich zu trennen, bereits Taten folgen. Sie wird, um den Deal zu ermöglichen, den Immo-Geschäftsbereich, der das Management von Immoeast und Immofinanz betrifft, samt rund 150 Mitarbeitern in die Aviso Delta GmbH der Großbanken abspalten. Der Aviso gehört seit dem Vorjahr die Privatbank, der künftig nur das Kerngeschäft bleiben soll. Angeblich hat die Bank 800 Mio. Euro Einlagen, Petrikovics soll noch sein Depot dort haben. (cr, gra)

Die Investoren-Gruppe rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries soll 20 Prozent der Constantia Packaging bekommen. Foto: APA

 

  • Die Investoren-Gruppe rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries (im Bild) soll 20 Prozent der Constantia Packaging bekommen.
    standard/newald

    Die Investoren-Gruppe rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries (im Bild) soll 20 Prozent der Constantia Packaging bekommen.

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