Spitzel-Affäre in der Meinl-Bank

26. Februar 2009, 14:44
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Geheimdossiers über Konzern kritische Personen sollen sichergestellt worden sein - Meinl dementiert

Wien  - Im Rahmen der vorwöchigen Hausdurchsuchung in der Meinl Bank stellte die Wiener Kriminalpolizei Geheimdossiers über Meinl-kritische Personen sicher, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Konkret existiert ein vertrauliches Dossier über den Gerichtssachverständigen Thomas Havranek. Der 39-jährige Wiener wurde bekanntlich vom Gericht beauftragt ein Gutachten in der Strafsache gegen Julius Meinl V. - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - zu erstellen. Darin soll er laut "Format"  die Verwicklungen zwischen der börsenotierten Meinl European Land (MEL, heute: Atrium Real Estate), der Meinl Bank und Clanchef Julius Meinl prüfen.

In der Meinl Bank wird die Existenz eines Havranek-Dossiers grundsätzlich bestätigt. "Nachdem mehrere Medien geschrieben haben, dass der Sachverständige Thomas Havranek als 'Meinl-kritisch' gilt, wurde in öffentlich zugänglichen Datenbanken und Medienarchiven recherchiert, ob sich Hinweise auf diese Haltung finden", heißt es von Seiten der Bank. Denn ein Sachverständiger müsse unvoreingenommen und unbefangen sein. Der Vorwurf der Bespitzelung wird gegenüber "Format" ausdrücklich zurückgewiesen: "Derartige Recherchen gehören zur professionellen Verfahrensvorbereitung. Selbstverständlich hat niemals eine Observierung oder Ähnliches stattgefunden.

Die Meinl Bank weist den Vorwurf unterdessen auf das Schärfste zurück und betont, dass es selbstverständlich keine Observierung oder sonstige "Bespitzelungen" des Sachverständigen oder anderer Personen gab.Es gibt daher auch kein "Geheim-Dossier", sondern lediglich eine Zusammenstellung öffentlich verfügbarer Informationen. (red)

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