Krisengespräch General Motors mit US-Regierung

27. Februar 2009, 08:40
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Der ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat im vergangenen Jahr den vierten Milliardenverlust in Folge eingefahren

Detroit - Wenige Stunden nach Bekanntgabe weiterer Riesenverluste ist die Führung des US-Autoherstellers und der Opel- Mutter General Motors (GM) mit der Regierung in Washington zu einem Krisengespräch zusammengetroffen. Nach Angaben informierter Kreise bekräftigte GM-Chef Rick Wagoner bei dem sechsstündigen Treffen am Donnerstagabend (Ortszeit) seine Forderung nach weiteren Staatshilfen in Höhe von 16 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro).

Es war das erste Treffen von General Motors mit der sogenannten Auto-Task-Force der Regierung von Präsident Barack Obama. Weitere Einzelheiten der als vertraulich eingestuften Gespräche wurden nicht bekannt.

Riesenversluste

Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors hat das zweite Jahr in Folge einen dramatischen Verlust von mehr als 30 Mrd. Dollar (23,5 Mrd. Euro) ausgewiesen. Die Bilanzprüfer müssten bei Vorlage des vollständigen Geschäftsberichts im März erklären, ob GM noch seine Operationen fortsetzen könne. Das werde wesentlich davon abhängen, ob GM weitere Staatskredite erhalte, erklärte Finanzvorstand Ray Young in Detroit.

Für 2008 belief sich das Minus des größten Autobauers in den USA auf 30,9 Mrd. Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Opel-Mutterkonzern mit 38,7 Mrd. Dollar den höchsten Verlust in seiner Firmengeschichte ausgewiesen.

Allein im vierten Quartal 2008 fiel ein Verlust von 9,6 Mrd. Dollar an, wie GM am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Sonderfaktoren verlor GM im vierten Quartal 9,65 Dollar je Aktie. Das war noch schlechter als von Analysten erwartet, die mit einem Minus von 7,40 Dollar je Anteilsschein gerechnet hatten. Die Aktie von GM verlor im vorbörslichen Handel in New York 8,6 Prozent.

Staatshilfe

GM hat bereits staatliche Hilfen in Höhe von 13,4 Mrd. Dollar erhalten, benötigt aber nach eigenen Angaben bis zu 30 Mrd. Dollar, um einen Bankrott zu vermeiden. Top-Manager des Konzerns wollten am Donnerstag mit Vertretern der US-Regierung über eine weitere Unterstützung verhandeln. Die US-Autokonzerne leiden massiv unter der weltweiten Nachfrageflaute, hinzu kommen hausgemachte Gründe wie eine verfehlte Modellpolitik in der Vergangenheit.

GM-Chef Rick Wagoner erklärte, 2008 sei vor allem in der zweiten Hälfte ein "extrem schwieriges Jahr" für die Automärkte in den USA und weltweit gewesen. Die Bedingungen für GM und andere Hersteller seien sehr herausfordernd und hätten das Management veranlasst, "weitere aggressive und schwierige Restrukturierungsmaßnahmen" zu ergreifen.

Erst kürzlich hatte der zweitgrößte US-Autohersteller Ford einen Verlust von 14,6 Mrd. Dollar für das vergangene Jahr berichtet. 2007 hatte das Minus noch bei 2,7 Mrd. Dollar gelegen. Im Gegensatz zu GM hat Ford bisher aber keine staatliche Hilfe in Anspruch genommen. (APA/AP)

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