Billigflieger verstecken trotz schärferer Vorgaben Zusatzkosten

26. Februar 2009, 13:20
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Stiftung Warentest bewertet Preistransparenz bei vier Airlines als "mangelhaft"

Einige Billigflieger mogeln laut Stiftung Warentest immer noch bei den Preisangaben. Die Airlines missachten häufig die seit November gültige EU-Verordnung, nach der sie zusätzliche Kosten nicht mehr verstecken dürfen, wie ein neuer Test der Stiftung ergab. Vier große Gesellschaften von insgesamt zehn geprüften Fluglinien erhielten beim Kriterium Preistransparenz ein "Mangelhaft".

Wer mit einem Billigflieger verreisen will, findet laut der Untersuchung bei frühzeitiger Buchung zwar nach wie vor günstige Angebote. Beim Buchen im Internet müssen Kunden aber trotz strengerer Vorgaben nach wie vor die Augen offen halten. Zusatzangebote wie bevorzugtes Einsteigen oder Versicherungen waren weiterhin voreingestellt. So lockt ein günstiger Preis, der nach dem Buchen oft in die Höhe schnellt, wie es in der Zeitschrift der Stiftung "Test" (März-Ausgabe) heißt.

Solche Gebühren oder Versicherungen dürfen nicht voreingestellt sein

Nach der EU-Verordnung müssen in der Werbung und beim Buchen im Internet Endpreise einschließlich Steuern, Flughafen- und Sicherheitsgebühren sowie Kerosinzuschlägen stehen. Variable Zusatzkosten wie Gepäckgebühren müssen die Fluglinien beim Beginn der Buchung ankündigen. Solche Gebühren oder Versicherungen dürfen nicht voreingestellt sein. Viele Billigflieger hielten sich aber nicht an die Verordnung und lockten mit einem niedrigen Preis, der sich beim Buchen nach und nach erhöhe, stellten die Prüfer fest.

Dazu komme, dass Kunden kaum Möglichkeiten hätten, ihr Geld zurückzubekommen, wenn sie doch nicht flögen. Umbuchen sei wegen hoher Gebühren meist kaum lohnend, und Informationen zum Stornieren suche man auf vielen Internetseiten vergeblich. Dabei seien die Airlines verpflichtet, Steuern und Gebühren eines nicht angetretenen Fluges zurückzuerstatten. Selbst wenn dies geschehe, werde ein Teil der Erstattung aber von Bearbeitungsgebühren aufgefressen.

Großen Wert auf Komfort dürfen Reisende bei Billigfliegern auch nicht legen, wie die Stiftung schreibt. Wer Gedränge oder Gewinnspielaktionen beim Flug in Kauf nehme, komme aber nach wie vor preiswert ans Ziel. Frühes Buchen lohne sich. Auch an der Pünktlichkeit der Billigflieger hatten die Tester nichts auszusetzen. 90 Prozent der Flüge seien im geprüften Zeitraum von zwei Monaten planmäßig gelandet. (APA)

 

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