Streit um "Zwangs-Fasten"

26. Februar 2009, 12:45
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Kein Fleisch in Schulkantinen während der Fastenzeit - Eltern und Linksparteien protestieren

Rom - In Rom ist ein politischer Streit darüber entbrannt, dass Schülern in den Schulkantinen der italienischen Hauptstadt freitags in der Fastenzeit kein Fleisch serviert werden soll. Elternverbände protestieren gegen das "Fastenzeit-Menü", Linksparteien sprachen von einem "neuen Mittelalter" - aber auch katholische Verbände wandten sich gegen den Beschluss der Verantwortlichen für Schulfragen des römischen Gemeinderates, Laura Marsilio.

"Freie Wahl"

"Für uns Katholiken, für die Juden und die Moslems ist der Verzicht auf Fleisch eine freie Wahl", sagte der Präsident des katholischen Verbands Age, Davide Guardinieri. Vertreter der Linksparteien bekräftigten, die italienische Schule sei laizistisch und müsse es auch bleiben.

In streng katholischen Gegenden hieß es früher für die Erwachsenen, in der Fastenzeit auf Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte zu verzichten. Heute sind nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag strenge Fastentage. Das Kirchenrecht schreibt für diese Tage den Verzicht auf Fleischspeisen und nur eine Mahlzeit am Tag vor. Fisch- und Gemüsesuppen gelten immer noch als die klassischen Fastenspeisen. Die evangelische Kirche praktiziert das Fasten in dieser Form nicht. (APA)

 

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