McDonald's labt sich am fetten Fastfood-Markt

26. Februar 2009, 17:47
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Mit 50 neuen McCafés, modernem Design und neuer Technologie will McDonald's in Österreich trotz Wirtschaftskrise weiter wachsen

Wien - Von einer Krise der Gastronomie zu reden sei Schwachsinn. Es habe dafür weder 2008 noch im Jänner seriöse Anzeichen gegeben, sagt Andreas Kreutzer. Der Wiener Marktforscher analysiert seit Jahren die Gastronomiegeschäfte, und bis auf leichte Verluste in der Haute Cuisine schlage die Wirtschaftskrise den Österreichern nach wie vor nicht auf den Magen, meint er.

Dieser muss freilich zunehmend schnelleres Essen verdauen. Denn Anbieter von Fastfood holen sich seit Jahren größere Stücke vom Kuchen. Kreutzer sieht ihren Umsatz kontinuierlich um drei bis vier Prozent wachsen. Ungebremst in die Breite geht vor allem McDonald's.

Der US-Konzern hat den Umsatz in Österreich 2008 um mehr als elf Prozent auf 406 Mio. Euro gesteigert. Die Gewinne einzelner Ländergesellschaften hält die Kette traditionell unter der Decke, weltweit drehte sie ihren Überschuss um 80 Prozent auf 4,3 Mrd. Dollar. Als Gewinner der Krise will sich Andreas Schwerla, Chef von McDonald's Österreich, nicht sehen, denn die Geschäfte liefen konstant gut.

Saftige Investitionen

McDonald's investiert heuer mit 42 Mio. Euro mehr denn je in Österreich. Bis Dezember sollen alle 162 Standorte neu herausgeputzt sein. 60 Prozent der dafür notwendigen Finanzmittel stellen die Franchise-nehmer. Bereits modernisierte Filialen spielten gut ein Viertel mehr Umsatz ein, so Schwerla. Die Zahl der McCafes soll heuer auf 100 verdoppelt werden. Zu 500 neuen Arbeitsplätzen im Vorjahr kämen dieses Jahr noch einmal 500 dazu.

Die Kette hat keine Betriebsräte, allerdings einen eigenen betrieblichen Kollektivvertrag. Dieser sieht etwas höhere Bezahlung vor als in der Gastronomie üblich, weiß der Gewerkschafter Robert Maggale.

Ganz friktionsfrei sei die Zusammenarbeit mit McDonald's nicht, zugutezuhalten sei dem Konzern jedoch, dass die Arbeitszeitaufzeichnung genauer geführt werde als bei anderen Systemgastronomen.

Mit US-Mitbewerbern muss sich die Kette hierzulande kaum herumschlagen. Starbucks zählt allein 13 Filialen, der Hendlbrater Kentucky Fried Chicken magere vier. Weiter expandieren will Burger King, der Konzern hat im zweiten Anlauf 30 Restaurants in Österreich eröffnet. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 27.2.2009)

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