Modekammer will gesunde Modelmaße

26. Februar 2009, 10:46
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"Gesundheitsausweis" an Widerstand der Models gescheitert: "Hexenjagd" - Nun wird ein Programm entwickelt

London - Die Britische Modekammer (BFC) will sich gegen den Mager-Look auf dem Laufsteg einsetzen und Models besser schützen. Die Kammer wolle die Branche zu einem "Sinneswandel über die Modelmaße ermuntern", sagte BFC-Sprecherin Caroline Rush in einem Gespräch auf der Londoner Modewoche. "Blickt auf die Laufstege: Sind die Models dürr? Brauchen wir wirklich Größe 34 oder sieht auch 44 gut an einer Frau mit einem gesunden Äußeren aus?"

Gesundheitsausweis hätte Menschenrechte verletzt

Die Modekammer hatte vor zwei Jahren Untersuchungen zur Gesundheit der Models gestartet, nachdem zwei junge Frauen aus Brasilien und Uruguay an Magersucht gestorben waren. Auf der Londoner Messe im vergangenen Herbst wurde außerdem ein Gesundheitsausweis getestet. Das Projekt sei jedoch am Widerstand der Models gescheitert, sagte Rush. "Das war ein richtiger Kampf, sie für die Teilnahme zu gewinnen. Die Mädchen haben sich massiv gewehrt und fanden die Fragen der Psychologen und Gesundheitsberater ziemlich aufdringlich und sahen ihre Menschenrechte verletzt. Manche verglichen das mit einer Hexenjagd."

Topmodel im Vorstand

Um die Blockade der überwiegend 16 bis 18 Jahre alten Models aufzubrechen, sei das englische Topmodel Erin O'Connor (31) in den Vorstand der Modekammer aufgenommen worden. Sie kümmere sich auch um das körperliche Wohl der jungen Frauen, sagte die BFC-Sprecherin. O'Connor, die BFC, Agenturen und die Model-Gewerkschaft Equity hätten einen Arbeitskreis gegründet, um ein Gesundheitsprogramm zu entwickeln und "behutsam" einzuführen.

Falsche Versprechungen

Auf einer Internetseite werde künftig neben Magersucht und Bulimie auch vor Betrug im Model-Geschäft gewarnt, sagte Rush. "In London fangen Gauner die Mädchen regelrecht von der Einkaufsstraße weg und versprechen ihnen die große Karriere, selbst wenn sie überhaupt nicht geeignet sind. Modeln ist harte, harte Arbeit und hat überhaupt nichts mit dem Besuch auf einer Modenschau zu tun und den Laufsteg hin- und wieder herzugehen." (APA/dpa)

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