Online-Boom dank Krise

26. Februar 2009, 08:56
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Tourismus-Suchmaschinen im Web boomen. Kostengünstige Reiseplanung führt zu enormen Zuwachs der Userzahlen

Düsseldorf - Trotz der Wirtschaftskrise ist die Lust zu verreisen immer noch ungebrochen. Vor allem Internet-Suchmaschinen für Hotels und Flüge verzeichnen aktuell einen wahren Boom. "In Krisenzeiten ist der Preisvergleich Trumpf", meint der Geschäftsführer des Reiseportals trivago, Malte Siewert, im pressetext-Interview. "Von Anfang Oktober 2008 bis Ende Februar 2009 haben wir Zuwächse von rund 250 Prozent verzeichnet", so Siewert. Der Online Service trivago vergleicht die Hotelraten von über 30 Buchungsplattformen für weltweit 380.000 Hotels.

Dass Wirtschaftsflaute und Kurzarbeit das Reisefieber gedämpft haben, steht nach aktuellen Aussagen internationaler Tourismusanbieter außer Zweifel. "Der Preis spielt vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine immer wichtigere Rolle bei der Reiseplanung", so Christian Saller, CEO der Flugsuchmaschine swoodoo. Die swoodoo AG filtert günstigste Flüge kostenlos und schnell aus über 700 Airline- und Reisebüro-Angeboten. "Seit dem Beginn der Wirtschaftskrise konnten wir eine Verdreifachung der Nutzer auf der Seite verzeichnen", meint Siewert. "Bei uns sparen User im Schnitt 32 Prozent bei jeder Hotelbuchung. Das entspricht häufig 100 Euro pro Buchung."

"Mit dem Service, transparent die Angebote aller Marktteilnehmer zu vergleichen, treffen die so genannten Metasuchmaschinen den Nerv der Zeit", zeigt sich auch Siewert überzeugt. "Eine gute Metasuche holt die Angebote aller Online-Anbieter auf die eigene Webseite. Preise werden verglichen und Kostenersparnisse transparent dargestellt." Der Kunde buche aber nie bei der Metasuche. "Wenn man sich für ein Angebot entschieden hat, wird man durch einen Klick zum jeweiligen Anbieter weitergeleitet und schließt dort die Buchung ab", erklärt der Geschäftsführer. Bei trivago werden Hotelraten von über 30 Buchungsplattformen wie etwa hotel.de, Booking.com, Venere, Expedia, hotels.com, ebookers, Lastminute, ehotel, Laterooms, Asiarooms, hotel.info und Pages von Hotelketten wie Intercontinental oder GoldenTulip für 380.000 Hotels weltweit verglichen. "Trivago vergleicht nicht die Preise der Online-Reisebüros, sondern die Raten. Der Nutzer erfährt, ob Frühstück inklusive, eine Rate stornierbar und eine Kreditkarte für die Buchung notwendig ist", so Siewert. Durch die große Zahl an Partnern, die zum Teil in verschiedenen Regionen stark sind, könne man auf ein breites Angebot zurückgreifen.

"Zusätzlich integriert trivago 15 Mio. Hotelbewertungen auf seiner Seite und zeigt zu jedem Hotel die Nutzerurteile bekannter Portale", erklärt Siewert. "Bewertungen auf tripadvisor oder holidaycheck, die beide Partner von trivago sind, machen deutlich, wie gut die Leistung eines Hotels ist. Nach diesen Rankings und nach dem hauseigenen Ranking wird eine Vorauswahl der angebotenen Häuser geliefert", meint der Experte. "Diese Informationen helfen dem Reisenden dabei, Zeit und Kosten bei der Buchung zu sparen." Das Wachstum solcher Seiten basiere auf dem Nutzen, den sie bieten. Trivago wurde 2005 gegründet und betreibt mittlerweile zehn europäische Länderplattformen. "In den USA starten bereits 25 Prozent der Online-Flugsuchen bei einer Metasuchmaschine. Dieser Trend kristallisiert sich auch in Europa heraus. Es gibt bereits eine Million User, die auf Metasuchen schwören", meint Saller. (pte)

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    Noch hat die Krise die Reisebranche nicht voll erfasst.

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