Regierung: Meuternde Soldaten geben auf

26. Februar 2009, 14:24
2 Postings

Aufständische legen Waffen nieder - Panzer fahren in Dhaka auf - Mit Infografik

Dhaka - Die Regierung von Bangladesch hat eine Meuterei von Angehörigen der paramilitärischen Grenztruppen für beendet erklärt. "Alle Aufständischen haben die Waffen niedergelegt und der Einsatz ist beendet", sagte Regierungssprecher Abul Kalam Azad der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Ministerpräsidentin Sheikh Hasina hatte die Einheiten der Bangladesh Rifles (BDR) zuvor eindringlich zur Aufgaben aufgefordert und ihnen mit harten Strafen gedroht. Hintergrund der Auseinandersetzungen, bei denen am Mittwoch bis zu 50 Menschen getötet wurden, waren Forderungen nach einem höheren Sold und besseren Aufstiegschancen für die Grenzschützer.

Panzer fahren in Dhaka auf

Innenministerin Sahara Khatun sagte laut einem Bericht des privaten Fernsehsenders ATN Bangla, die Meuterer hätten nach der Rede der Premierministerin mit der Niederlegung ihrer Waffen begonnen und kehrten in ihre Kasernen zurück. Ein Regierungssprecher sagte, die Meuterer hätten sich ergeben.

Zeitgleich brachte die Armee in der Nähe des BDR-Hauptquartiers Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in Stellung. Ein Militärsprecher sagte, die Maßnahme diene als "Abschreckung in einer Notsituation".

Grenzschutz

Die Meuterei der Grenztruppen gilt nicht als politisch motiviert. Neben besserer Bezahlung und längerem Urlaub fordern die Grenzschützer, von Offizieren aus den eigenen Reihen kommandiert zu werden. Traditionell befehligen Offiziere der regulären Streitkräfte die BDR. Hauptaufgabe der Bangladesh Rifles ist der Schutz der Grenzen des Landes mit seinen 140 Millionen Menschen. Die Truppe wird aber auch zur Unterstützung von Armee und Polizei herangezogen.

Die paramilitärische Grenztruppe BDR mit ihren insgesamt 70.000 Soldaten dient dem Schutz der 4.000 Kilometer langen Grenzen zwischen Bangladesch und den Nachbarländern Indien und Burma. Derzeit verdienen die BDR-Soldaten durchschnittlich 70 Dollar (rund 55 Euro) im Monat. Einige Meuterer werfen ihrer Führung vor, für die Soldaten bestimmte Millionensummen unterschlagen zu haben. Die Truppe untersteht offiziell dem Innenministerium, aber die Armee übt einen erheblichen Einfluss aus.

Die Bevölkerung in Bangladesch lebt in bitterer Armut. Das Land ist politisch instabil, immer wieder ergriff dort die Armee die Macht. Mit dem Amtsantritt von Sheikh Hasina Anfang Jänner war nach der zweijährigen Herrschaft einer von der Armee unterstützten Notstandsregierung wieder eine durch Wahlen legitimierte Regierung an die Macht gekommen. (APA/dpa/Reuters)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Soldaten bringen vor der Kaserne der Grenzschützer ein Geschütz in Stellung

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.