Aus eins mach drei

25. Februar 2009, 19:54
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Mandla Reuter hat die Galerie Mezzanin in drei getrennt voneinander begehbare Zonen aufgeteilt und Grünbarrieren errichtet

Drei Eingänge führen derzeit in das Innere der Galerie Mezzanin, die diesmal auch streng in drei separate Räume aufgeteilt ist. Der Künstler Mandla Reuter will damit ein bisschen mehr Klarheit in eine Welt bringen, die auch aufgrund der vielen Links und Verknüpfungen nicht mehr wirklich durchschaubar ist.

Schon der lange, aber sehr schöne Ausstellungstitel lässt vermuten, dass Mandla Reuter die Welt entschleunigen will. Er hat ihn einem Buster-Keaton-Film entnommen, in dem die beiden Hauptdarsteller in einem vollautomatisierten Haushalt hektisches Getriebe verbreiten. Der Satz "Slowly And Majestically The Sun Steals Gradually Over The Hilltops" passt da so gar nicht dazu und hat im ursprünglichen Kontext wohl genau deswegen für gute Lacher gesorgt.

Obwohl Mandla Reuter die Galerie in drei klar strukturierte Räume eingeteilt hat und dort seine Arbeiten sehr reduziert präsentiert, darf man den Ausstellungstitel auch bei ihm nicht ganz unironisch verstehen: Betritt man die Galerie vom Eingang Eschenbachgasse, hängt eine einzelne Fotografie an der Wand. Sie zeigt das letzte Neujahrsfeuerwerk über Sydney, das Bild der mitternächtlichen Funkenregen gab er bei einem ortsansässigen Fotografen in Auftrag.

Dem Künstler geht es um die Verschiebung von Raum und Zeit und die seltsame Differenz, die der Jahreswechsel weltweit aufzumachen vermag. Durch exotische Topfpflanzen wird einem dann allerdings der Weg in die anderen Räume versperrt: Über den Hintereingang gelangt man jedoch in den kleinsten Raum der Galerie, wo der Künstler eine Fotoserie zeigt. Mandla Reuter hat dafür mit einem Helikopter die Ruinen umrundet, die in Queens in New York von der Weltausstellung im Jahr 1964 übriggeblieben sind.

Während die Ruinen von einem Weltbild längst vergangener Zeiten erzählen, lässt Mandla Reuter im Hauptraum der Galerie stündlich den verheißungsvollen Jingle der George-Lucas-Filmgruppe ertönen, der die darauf folgende Stille tatsächlich als eine überaus wohltuende Antisensation präsentiert. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2009)

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    foto: mezzanin
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